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Herzogtum Lauenburg : SEK-Einsatz Dassendorf: Waffennarr von 30 Polizisten kontrolliert

vom

Nachbarn wollen Schüsse gehört haben. Bei der Polizeiführung läuteten die Alarmglocken.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2016 | 12:45 Uhr

Dassendorf | In Dassendorf im Kreis Herzogtum Lauenburg musste in der Nacht zum Sonntag das Sondereinsatzkommando (SEK) ausrücken. Bei dem Notruf von Anwohnern läuteten bei der Polizeiführung sofort die Alarmglocken: Vom Grundstück eines 49-Jährigen wollten Dassendorfer gegen 22.30 Uhr Schüsse gehört haben. Der Hausbesitzer ist als Waffennarr bekannt, erst vor einem Monat hatte es einen Großeinsatz bei ihm gegeben. Ein riesiges illegales Waffenarsenal wurde sichergestellt, der Mann ließ sich in der Psychiatrie behandeln. „Bei der Vorgeschichte im Zusammenhang mit diesem Mann blieb uns nichts anderes übrig, als nach den Hinweisen über den Notruf  das volle Programm zu fahren“, erklärte der Einsatzleiter der Polizei.

Kurzerhand wurde die Ortsdurchfahrt im Zuge der Landesstraße 314 zwischen Bornweg und Hasenwinkel voll gesperrt. Mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten sicherten die Straße. Aus Kiel rückten Beamte des  Spezialeinsatzkommandos an. Der Rettungsdienst stand vorsorglich in Alarmbereitschaft.

Nachdem sich die schwer bewaffneten SEK-Polizisten auf dem Parkplatz eines Supermarktes für ihren Einsatz ausgerüstet und das Vorgehen verabredet hatten, fuhren sie zum Stemmenkamp. Während sich einige Polizisten anschlichen und lautlos die Lage sicherten, öffneten andere die Füllung der Haustür – mit lautem Poltern standen sie innerhalb von Sekunden im Hausflur. Sie überraschten den 49-Jährigen und seine Freundin im Haus. Widerstand gab es nicht.

„Wir haben das Haus durchsucht, aber keine Waffen entdeckt“, sagte der Einsatzleiter. Das war vor vier Wochen noch anders, damals transportierte die Polizei kistenweise Waffen, Waffenteile und Munition ab. Auf dem Nachttisch lag damals griffbereit ein geladener Revolver. „Wir mussten deshalb auch diesmal von einer Gefahr für die Einsatzkräfte ausgehen. Und für solche Fälle haben wie das SEK“, erklärte der Einsatzleiter.

Die Spezialkräfte zeigten sich wenig zögerlich und schlugen überraschend für den 49-Jährigen zu. „Wer mir den Mist hier wohl wieder eingebrockt hat“, ärgerte er sich lautstark. Der 49-Jährige hat ein Alkoholproblem und war deshalb ins Visier der Behörden geraten, weil er auch über legale Waffen verfügt und Drohungen ausgesprochen hatte. Im April war die Polizei überzeugt, alle seine Waffen sichergestellt zu haben. Doch da er sich neue Waffen hätte besorgen können, ging die Polizei auf Nummer sicher.

Gegen 2.30 Uhr wurde die Straßensperrung wieder aufgehoben, das SEK rückte wieder ab. Zurück blieb Carsten V. mit seiner zertrümmerten Haustür und jeder Menge Ärger in sich. Die Polizei musste dafür sorgen, dass die Tür noch notdürftig repariert wurde. „Damit können sie mich hier nicht alleine lassen, das lädt ja zum Einbruch ein“, ereiferte sich der 49-Jährige.

Insgesamt waren 30 Polizisten und zehn Einsatzkräfte des Rettungsdienstes im Einsatz.

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