Unaften : Segelflieger landet im Rapsfeld

Außerplanmäßige Landung im Rapsfeld: Nur Flügel und Heckruder sind im Feld zu sehen. Foto: Nolte
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Außerplanmäßige Landung im Rapsfeld: Nur Flügel und Heckruder sind im Feld zu sehen. Foto: Nolte

Plötzlich riss die Thermik ab: Ein 60-jähriger Segelflieger musste auf einem Rapsfeld landen. Zwei Radfahrerinnen sahen es und alarmierten die Retter.

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14. Juli 2011, 09:40 Uhr

Gegen 15.45 Uhr am Dienstagnachmittag gingen die Sirenen der Feuerwehren in Handewitt und Ellund. Ein Segelflugzeug soll nahe Unaften in einem Rapsfeld gelandet sein. Aufgrund der unklaren Lage und möglicher verletzter Personen alarmierte die Rettungsleitstelle eine Vielzahl von Einsatzkräften. Neben Polizei und Rettungswagen machten sich die freiwilligen Feuerwehren Handewitt und Ellund auf den Weg zum Einsatzort und zusätzlich wurde der Rettungshubschrauber Christoph Europa 5 alarmiert.
Der 60-jährige Pilot des Segelfliegers vom Typ K8, Gerhard Herter von der Insel Sylt, konnte sich unverletzt aus der Maschine aussteigen und war regelrecht verdutzt, als plötzlich so viele Rettungskräfte eintrafen und nach ihm suchten. Herter war am Nachmittag in Westerland auf Sylt gestartet und wollte mit dem Segler nach Kropp fliegen, als plötzlich kurz vor Handewitt die Thermik weg war. Was viele nicht wissen: Segelflieger dürften in Deutschland überall landen, da sie bei mangelnder Thermik wegen fehlendem Motor flugunfähig sind. "Als ich gestartet bin, war die Thermik noch gut. Auch das Begleitflugzeug, das mich hochgezogen hat, bestätigte dies", so der 60-Jährige. Nun musste Herter schnell reagieren und suchte sich nahe Unaften eine geeignete Wiese zum "notlanden". Die Wiese, die von oben wie eine Wiese aussah, entpuppte sich bei der Außenlandung jedoch als Rapsfeld, was eher zu einem Aufsetzen, als zu einer ruhigen und sanften Landung führte. "In rund 250 Metern Höhe muss man sich entschieden haben, wo man runtergehen will", so Herter.

Glücklicherweise blieben aber sowohl der 60-jährige Pilot unverletzt als auch der Segelflieger so gut wie unbeschädigt. Nach einem kurzen Check durch den Notarzt des Rettungshubschraubers war nun Warten angesagt. Jeder Segelflieger hat einen speziellen Anhänger und nur in diesen passt die Maschine. Also machten sich aus Westerland Fliegerfreunde von Herter mit dem Hänger auf den Weg in Richtung Handewitt. Unterdessen wurde der Pilot an seinem unplanmäßigen Ziel mit Getränken aus der Nachbarschaft versorgt.
(bno, shz)

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