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Olympia-Segeln in Kiel oder Lübeck? : Segel-Kommission auf Besuchstour – Albig sieht SH vorn

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Lübeck und Kiel zeigen sich der deutschen Auswahlkommission für das Segeln von ihrer besten Seite. Das Wetter spielt auch mit. Beide Städte rechnen sich gute Chancen für 2024 aus.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2015 | 18:34 Uhr

Kiel/Lübeck | Zum dritten Mal Kiel oder Premiere für Lübeck? Beide Städte in Schleswig-Holstein sind im Bewerberrennen um die olympischen Segelregatten zuversichtlich für den Fall, dass Hamburg die Sommerspiele 2024 ausrichten darf. Am Freitag präsentierten sie der Segel-Auswahlkommission bei schönstem Frühlingswetter ihre Reviere und Konzepte. Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) würdigte am Vormittag in Lübeck-Travemünde die Vorzüge des eigenen Angebots, Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) folgte am Nachmittag in der Landeshauptstadt.

Auch Ministerpräsident Torsten Albig, der die Kommission den ganzen Tag über begleitete, zeigte sich optimistisch, dass bei einer erfolgreichen Bewerbung Hamburgs die Segelregatten in Schleswig-Holstein ausgetragen werden. Sowohl Kiel als auch Lübeck hätten gute Chancen, sagte der SPD-Politiker in Kiel-Schilksee. Beide schleswig-holsteinischen Standorte hätten eine Menge anzubieten. „Hier ist Segeln wirklich auf Weltniveau jedes Jahr zu Hause“, sagte Albig am Freitag unter Verweis auf Kieler und Travemünder Woche.

Am Donnerstag hatte die Kommission den Konkurrenten Rostock-Warnemünde unter die Lupe genommen, am Samstag besucht sie zum Abschluss Cuxhaven in Niedersachsen. Die neun Mitglieder prüfen die Bewerber auf Herz und Nieren, fragen genau nach Plänen und Kosten.

Die Kommission sei sehr kundig und sehr verschlossen, sagte Albig. Die entscheidende Frage sei: „Was passt am besten zu Hamburg?“ und erhöhe Hamburgs Chancen gegen Boston oder Paris. „Wir zeigen mit der Travemünder Woche, wir zeigen mit der Kieler Woche seit weit über 100 Jahren, was wir können. Das haben andere so nicht im Angebot - von daher passen wir gut zu Hamburg“, sagte Albig.

Olympia wäre eine riesige Chance für die Orte, das ganze Land und die Menschen. „Ich möchte gern, dass es nach Schleswig-Holstein kommt, weil ich glaube, das werden tolle Olympische Spiele mit uns.“ Als Ministerpräsident wollte sich der ehemalige Kieler Oberbürgermeister natürlich nicht für eine der Bewerberstädte aus Schleswig-Holstein aussprechen. „Mein Herz ist im Augenblick groß genug für zwei Standorte“, sagte er.

Die Mitglieder der Kommission aus Vertretern des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der Stadt Hamburg und des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) äußerten sich nicht über ihre Eindrücke. Das Gremium unter Leitung von DOSB-Vorstand Bernhard Schwank will noch im April dem DOSB und der Hansestadt Hamburg empfehlen, welcher Segelstandort in das Rennen um die Olympia-Bewerbung für 2024 gehen soll.

Als leichter Favorit gilt Kiel, das bereits 1936 und 1972 die olympischen Regatten veranstaltet hatte und in Deutschland einziger Segel-Olympiastützpunkt ist. Die jährlich ausgetragene Kieler Woche ist das weltgrößte Segelsportereignis - vor der Travemünder Woche. Mit dem 1972 erprobten Schilksee und dem innenstadtnahen Holtenau bietet die Landeshauptstadt zwei potenzielle Olympia-Zentren auf.

Mitbewerber Lübeck wirbt ebenfalls mit einem stadtnahen Segelrevier, also kurzen Wegen für Sportler und Zuschauer. Als weitere Pluspunkte gelten die Nähe zu Hamburg und die große Unterstützung durch die Wirtschaft. Auch Rostock-Warnemünde sieht gute Chancen, nicht zuletzt wegen der Qualitäten seines Segelreviers.

„Kiel hat sich von seiner besten Seite gezeigt - sonnig und segelbegeistert vor olympischer Kulisse“, sagte Oberbürgermeister Kämpfer am Abend. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Kommission überzeugen konnten.“

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