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Kieler Staatsanwaltschaft : Segeberger Kellerkind: Anklage gegen Eltern

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Ein Dreijähriger wird in einen Keller gesperrt. Die Polizei finden den völlig verwahrlosten Jungen. Im Fall aus dem Jahre 2012 erhebt die Kieler Staatsanwaltschaft jetzt Anklage gegen die Eltern.

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2014 | 16:59 Uhr

Kiel | Die Staatsanwaltschaft Kiel erhebt im Falle des Kellerkindes von Bad Segeberg Anklage gegen die Eltern. Ihnen wird vorgeworfen, gemeinsam Freiheitsberaubung ihres Sohnes begangen und die Fürsorgepflicht verletzt zu haben. Die Eltern stehen im Verdacht, im Sommer 2012 den damals dreijährigen Sohn in einem Kellerraum unter unhygienischen Bedingungen eingesperrt zu haben. Polizeibeamte fanden den Jungen, nachdem sie einen Hinweis erhalten hatten.

Die überforderte Familie wurde bereits seit Jahren von den Behörden betreut. Der Keller war dennoch nicht aufgefallen. Laut der vor der Jugendschutzkammer erhobenen Anklage muss sich der Familienvater darüber hinaus auch wegen des Verdachts der Körperverletzung in mehreren Fällen verantworten. Er soll zwei Töchter geschlagen haben.

Im Zuge der Affäre war die scheidende Segeberger Landrätin Jutta Hartwieg (SPD) unter Druck geraten. Landtagsabgeordnete warfen ihr Zensur und mangelnden Aufklärungswillen vor. Auslöser war das Schwärzen von Passagen eines Gutachtens. Hartwieg hatte dieses Vorgehen seinerzeit vor dem Landtags-Sozialausschuss verteidigt. Das Schwärzen von Passagen mit sensiblen Sozialdaten in Gutachten sei eine übliche Verwaltungsmethode.

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