Unglücks-Katamaran "Polarstern" : Seeunfall: Geldstrafe für Kapitän

Der ehemalige Kapitän des Katamarans 'Polarstern', Jan-Claas V.: Er muss sich seit Montag wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung verantworten. Foto: ddp
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Der ehemalige Kapitän des Katamarans "Polarstern", Jan-Claas V.: Er muss sich seit Montag wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung verantworten. Foto: ddp

25 Verletzte forderte das risikoreiche Verhalten des "Polarstern"-Kapitäns: Der 27-Jährige fuhr mit dem Katamaran trotz Sturmwarnungen nach Helgoland und wurde jetzt zu einer Geldstrafe von 6300 Euro verurteilt.

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02. Dezember 2008, 03:50 Uhr

Der Kapitän des Hochgeschwindigkeits-Katamarans "Polarstern" ist vom Amtsgericht Emden wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 6300 Euro verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 27-Jährige nach einer Havarie auf der Nordsee mit mehreren hundert Passagieren an Bord "mit leicht erhöhter Fahrlässigkeit" gehandelt habe, wie ein Gerichtssprecher sagte. Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht, dass er ein Geständnis ablegte.
25 Fahrgäste erlitten teils schwere Schnittverletzungen
Der Kapitän war mit dem Katamaran Anfang August trotz starken Seegangs von Helgoland in die Nordsee Richtung Norderney ausgelaufen. Während der Fahrt löste sich durch den hohen Wellengang die Bugreling aus ihrer Verankerung und durchschlug ein Panoramafenster. Dabei erlitten 25 Fahrgäste teils schwere Schnittverletzungen. Daraufhin drehte der Kapitän bei und steuerte die Insel Borkum an.
Nach Ansicht des Richters hätte der Kapitän den Unfall verhindern können, wenn er die Reling über Bord hätte werfen lassen. Auch wurde dem Mann zur Last gelegt, dass er trotz der stürmischen See erst nach der Havarie beidrehte und einen zu den hohen Wellen günstigeren Kurs einschlug.
Dem "Polarstern"-Kapitän droht der Entzug seines Patents
Wegen des Geständnisses konnte das Gericht auf die Vernehmung von Zeugen und Sachverständigen verzichten. In seinem Schlusswort zeigte sich der Verurteilte einsichtig und bedauerte sein Verhalten. Sein Schifffahrts-Patent wird der 27-Jährige zunächst behalten. Allerdings steht laut Gerichtssprecher noch eine Seeamtsverhandlung an, wo dem "Polarstern"-Kapitän der Entzug seines Patents droht.

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