Friedrichskoog : Seehundboom: 155 Heuler in der Aufzuchtstation

Ein Jungtier in der Seehundstaion Friedrichskoog. Foto: shz
Ein Jungtier in der Seehundstaion Friedrichskoog. Foto: shz

Rekord-Saison: 155 Jungtiere werden derzeit in der Seehundstation Friedrichskoog aufgezogen. So viele hungrige Mäuler gleichzeitig gab es dort noch nie.

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14. Juli 2013, 01:20 Uhr

Friedrichskoog | Zwischenbilanz in der Auszuchtstation Friedrichskoog: 155 Heuler sind in diesem Sommer aufgezogen worden. Die Geburten-Saison der Seehunde ist jetzt vorbei, die ersten Jungtiere, die Ende Mai und Anfang Juni auf die Welt kamen, sind bereits selbstständig. Die meisten werden jedoch von den Seehundmüttern noch gesäugt oder erlernen gerade ihre Selbstständigkeit mit ersten eigenen Jagdversuchen.
Besonders zur Wurfzeit der Seehunde im Juni und Juli haben die Seehundjäger viele Einsätze, bei denen sie sich um geschwächte oder verlassene Heuler, kümmern. Überlebensfähige, von ihren Müttern verlassene Jungtiere werden von den Seehundjägern an die Seehundstation in Friedrichskoog zur Aufzucht übergeben. Ziel der Aufzucht in der Seehundstation ist es, die Tiere möglichst bald wieder in die Freiheit zu entlassen. Bei einem normalen Aufzuchtverlauf dauert das zwei bis drei Monate.

Etwa 12.000 Tiere im Nationalpark

"Es ist bewunderswert, wie viele Menschen sich - oft ehrenamtlich - für Seehunde und Heuler einsetzen. Das Zusammenwirken von Seehundjägern, der Seehundstation, der Nationalparkverwaltung und Naturschutzverbänden ist vorbildlich", sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck.
Im letzten Jahr hielten sich im Sommer zur Wurfzeit etwa 12.000 Tiere im Nationalpark auf, davon 3300 Jungtiere, so viele wie nie zuvor. Auf den ungestörten Sandbänken im Wattenmeer bringen die Seehundweibchen ihre Jungen zur Welt. Wie viele Alttiere sich in diesem Sommer im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer aufhalten und ihre Junge bekommen haben, wird erst nach den letzten Erfassungen im August genau feststehen.

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