Im Norden : Sechste EHEC-Tote - weniger Neuinfizierte

Während sich die Lage in Schleswig-Holstein und Hamburg entspannt, nimmt die Zahl der EHEC-Erkrankungen in Niedersachsen zu. Foto: 'Manfred Rohde/Helmholtz-Zentrum fuer Infektionsforschung'
Während sich die Lage in Schleswig-Holstein und Hamburg entspannt, nimmt die Zahl der EHEC-Erkrankungen in Niedersachsen zu. Foto: "Manfred Rohde/Helmholtz-Zentrum fuer Infektionsforschung"

Hoffnungsschimmer im Norden: Die Zahl der mit EHEC infizierten Menschen in Schleswig-Holstein ist in den vergangenen Tagen langsamer gestiegen als zuvor.

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07. Juni 2011, 11:02 Uhr

"Wir haben einen großen Hoffnungsschimmer, am Sonntag hat es bei uns keinen einzigen Neuinfizierten gegeben", sagte Oliver Grieve, der Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH). Eine 90 Jahre alte Frau starb bereits am Freitag im Kreis Segeberg an den Folgen des HU-Syndroms, wie das zuständige Gesundheitsamt mitteilte. Sie ist die sechste EHEC-Tote in Schleswig-Holstein.
Dennoch gibt es Hoffnung auf eine leichte Entspannung der Lage im Norden. Im UKSH konnten zwei Patienten, die am hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) erkrankt waren, nach Hause entlassen werden. "Ich habe nach langer Zeit zum ersten Mal wieder Lachen aus der Klinik gehört", sagte Pressesprecher Grieve. Auch der Gesundheitszustand vieler schwer erkrankter EHEC-Patienten im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) wird nach Angaben der Ärzte besser.
Aufruf zu Blutspenden
Das Gesundheitsministerium in Kiel meldete bis zum Montagnachmittag landesweit 588 bestätigte EHEC-Infektionen, 34 mehr als am Sonntag. 167 Menschen der 588 Infizierten sind an HUS erkrankt, was eine Zunahme von fünf Fällen bedeutet. Auch in Hamburg gibt es Anzeichen für eine leichte Entspannung. In der Hansestadt wurden bis Montag (11 Uhr) 849 EHEC-Fälle oder -Verdachtsfälle gemeldet - das sind 79 Fälle mehr innerhalb von 48 Stunden.
Schleswig-Holsteins Landtagspräsident Torsten Geerdts (CDU) und Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) riefen gemeinsam zu Blutspenden auf. Hintergrund ist der gestiegene Bedarf an Blutplasma für die Behandlung der EHEC-Infizierten.
(dpa, shz)

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