Neukirchen : Schweinegrippe trifft drei Jungen im Zeltlager

Ein Junge  hat zwei seiner Kameraden während eines Sommercamps in Neukirchen  mit dem H1N1-Virus angesteckt. Foto: Dewanger
Ein Junge hat zwei seiner Kameraden während eines Sommercamps in Neukirchen mit dem H1N1-Virus angesteckt. Foto: Dewanger

Ein Junge hat zwei seiner Kameraden während eines Sommercamps in Neukirchen mit dem H1N1-Virus angesteckt.

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16. August 2009, 02:49 Uhr

Eigentlich steht das Sommer-Zeltlager des Kreisjugendringes Schleswig-Flensburg für Spiel, Spaß und Gemeinschaft unter Jugendlichen. Rund 160 Teilnehmer kommen Jahr für Jahr in das Ferienlager direkt an der Ostsee im Querner Ortsteil Neukirchen. Doch die Idylle ist in diesem Jahr schon vorbei, bevor das Zeltlager überhaupt richtig begonnen hat: Grund dafür ist der Ausbruch der Schweinegrippe.
Ein 14-jähriger Junge aus Hamburg wurde Anfang der Woche positiv auf den H1N1-Erreger getestet. Wie das Gesundheitsamt des Kreises Schleswig-Flensburg gestern mitteilte, sind jetzt auch zwei weitere Jugendliche betroffen. "Uns wurden am Donnerstag die Verdachtsfälle gemeldet, die betroffenen Jungen haben wir daraufhin gleich aus dem Lager geholt und Abstriche zur Untersuchung genommen", sagt Jutta Korte, Ärztin für Infektionsschutz des Gesundheitsamtes. Gestern um 18 Uhr kam das Ergebnis aus Kiel: Beide Verdachtsfälle haben sich bestätigt. Drei der insgesamt 30 Betreuer hatten ebenfalls über Unwohlsein geklagt, bei ihnen wurden jedoch keine H1N1-Erreger nachgewiesen.
Der Gesundheitszustand des 14-jährigen Jungen ist nach Angaben des Kreisgesundheitsamtes in Schleswig stabil. Er sei zu Hause in Hamburg, ein Klinikaufenthalt sei nicht notwendig. Der Junge sei zuvor auf Mallorca gewesen.
Die übrigen Zeltbewohner mussten das Lager verlassen
Das Zeltlager des Kreisjugendringes hatte erst am 9. August begonnen. Wie das Kreisgesundheitsamt allerdings erst am Donnerstag erfuhr, hatte der 14-jährige Hamburger schon direkt nach der Anreise über Grippesymptome geklagt. Zuvor sei er laut Angaben der Behörde mit seiner Familie auf Mallorca gewesen. Auch der Stiefvater des Jungen sei mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert.
Die beiden ebenfalls erkrankten Jugendlichen aus dem Neukirchener Ferienlager haben während der Freizeit in einem Zehn-Mann-Zelt gemeinsam mit dem Jungen aus Hamburg gelegen. "Deswegen haben wir jetzt erst einmal veranlasst, dass die übrigen sieben Bewohner des Zeltes das Lager verlassen mussten. Sie alle müssen sich zudem einer ärztlichen Untersuchung unterziehen", sagt Jutta Korte. Anweisungen, das Sommer-Camp komplett zu sperren, werde und könne es seitens des Kreisgesundheitsamtes jedoch nicht geben: "Es handelt sich bei dem Lager um eine private Veranstaltung, die wir nicht einfach auflösen können." Aber auch aus medizinischer Sicht gebe es bislang noch keinen Grund zur Panikmache. "Im Grunde handelt es sich bei der Schweinegrippe um einen normalen grippalen Infekt." Die drei betroffenen Jugendlichen seien allesamt zu Hause bei ihren Familien und würden mit herkömmlichen Grippemitteln behandelt.
"Noch sagen wir den Eltern, dass es keinen Grund zur Sorge gibt"
Dennoch hat das Amt noch gestern Abend die Eltern aller 160 im Zeltlager befindlichen Jugendlichen informiert. Der Besuchstag am morgigen Sonntag wurde vorsorglich abgesagt. "Noch sagen wir den Eltern, dass es keinen Grund zur Sorge gibt. Sollte allerdings ein weiterer Fall – diesmal aus einem anderen Zelt – auftreten, werden wir die Empfehlung aussprechen, die Kinder abzuholen", sagt Jutta Korte.
Auch Wulf Dallmeyer vom Kreisjugendring sieht bislang noch keinen Grund zur Panik. "Wir sind im ständigen Kontakt mit dem Gesundheitsamt und beobachten die Teilnehmer noch genauer als ohnehin schon." Unter den Betreuern des Zeltlagers seien zudem "sanitätstechnisch ausgebildete Leute" und eine Krankenschwester.
In dem Zeltlager des Kreisjugendrings in Neukirchen an der Ostsee halten sich derzeit etwa 160 Kinder auf. Einen Grund, das Lager zu schließen, sieht die Gesundheitsbehörde bisher nicht. Die Schweinegrippe-Infektion des 14-Jährigen ist eine von insgesamt 247 in Schleswig-Holstein.

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