Elmshorn : Schulen in großer Sorge

2011 könnte ein holpriges Jahr für viele Schulen werden, denn viele Lehrer-Planstellen werden wahrscheinlich nicht besetzt.

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30. Januar 2011, 11:42 Uhr

Es sind nur wenige Zeilen auf der Homepage der Bismarckschule. Doch sie machen ein Problem deutlich, das die Schulen künftig vor enorme Herausforderungen stellen wird: "Zum Einstellungstermin 1.2. 2011 werden dringend noch Lehrerinnen und Lehrer gesucht." Peter Rosteck, Leiter der Bismarckschule: "Wir stehen vor einem riesigen Lehrermangel." Und das betrifft alle Schulen: "Da kommt eine richtige Katastrophe auf uns zu", sagt auch Hildegard Lüder, Leiterin der KGSE. Im Sommer hat die Bismarckschule wegen der steigenden Schülerzahlen sieben neue Planstellen zugewiesen bekommen. Doch bislang konnten nur drei davon besetzt werden. Deshalb sucht die Schule nun auf eigene Faust. "Unterrichten Sie Fächer wie zum Beispiel Latein, Mathematik, Physik, Biologie, Wirtschaft-Politik oder Englisch, dann melden Sie sich bei uns. Auch mit anderen Fächern haben Sie eventuell eine Chance bei uns", heißt es auf der Homepage.
Immerhin habe es bislang als Folge des Aufrufs ein erfolgversprechendes Gespräch gegeben, berichtet Rosteck. Zusätzlich habe er in den vergangenen Tagen 50 bis 60 Gespräche mit angehenden Kollegen geführt, die ihr erstes Staatsexamen abgeschlossen hätten. Denn künftig, da ist sich Rosteck sicher, wird bundesweit um den pädagogischen Nachwuchs gebuhlt. "Die Lehrer können sich die Schule aussuchen", sagt er. Und da hat Schleswig-Holstein nicht die allerbesten Karten. Denn im benachbarten Hamburg wird beispielsweise noch Weihnachtsgeld gezahlt. Im Norden gehen die Pauker, und alle anderen Beamten, leer aus.
"Wir sind langsam an der Grenze"
Bislang kommt die Bismarckschule mit ihrem Personal noch halbwegs aus. "Wir haben das Glück, dass wir in den vergangenen eineinhalb Jahren mehr Stellen bekommen haben. Aber langsam sind wir an der Grenze", sagt Rosteck.
Auch an der Elsa-Brändström-Schule wird der Lehrermangel langsam spürbar. "Es ist bereits problematisch in den Fächern Latein und Musik", sagt Kirsten Habenicht, stellvertretende Schulleiterin.

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