Föhr : Schul-Zoff auf der Insel

Dunkle Wolken über dem Schulgebäude in Wyk auf Föhr: Was wird aus dem Gymnasium? Foto: Kölschbach
Dunkle Wolken über dem Schulgebäude in Wyk auf Föhr: Was wird aus dem Gymnasium? Foto: Kölschbach

Mächtig Knatsch auf Föhr: Politiker wollen das Wyker Gymnasium in einen Verbund mit der künftigen Regionalschule führen. Welchen Standpunkt vertreten Sie? Diskutieren Sie mit.

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19. März 2008, 10:17 Uhr

Landauf landab hat das neue Schulgesetz die Diskussion über die Zukunft der Bildungslandschaft durcheinander gewirbelt. So auch auf der Insel Föhr. Hier gibt es zurzeit noch alle Schulformen: mehrere Grundschulen, eine Realschule mit Hauptschulteil, ein Gymnasium. Doch seit vergangenem Sommer ist klar: Das Wyker Gymnasium, kleinste Oberschule im Land, hat in absehbarer Zeit nicht mehr genügend Schüler, um selbstständig weiter bestehen zu können. Seitdem lässt das Thema die Föhrer nicht mehr los.
Mit einer Unterschriftenaktion untermauerten bereits zehn Prozent der Föhrer ihren Wunsch nach einer Insel-Regelung. Diese würde die Selbstständigkeit der weiterführenden Schulen erhalten. Auf den Halligen und anderen Inseln gilt die Regelung, doch die Föhrer bissen beim Kieler Kultusministerium auf Granit. Somit stehen für die Insel-Schulen nur zwei denkbare Lösungen im Raum: Entweder schließen sich das Gymnasium und die im selben Gebäude untergebrachte Realschule mit Hauptschulteil zusammen - die Schularten blieben eigenständig, hätten aber ein Lehrerkollegium. Oder es wird eine Gemeinschaftsschule gebildet.
Eltern fordern umfassendere Information
Die verantwortlichen Insel-Politiker sprechen sich mehrheitlich für die organisatorische Verbindung aus. Sie wollen eine entsprechende Entscheidung möglichst schnell fällen. Gleichzeitig regt sich in Teilen der betroffenen Elternschaft immer mehr Protest. Sie fordern, in den Entscheidungsprozess stärker einbezogen zu werden. Vor allem wollen sie über die Vor- und Nachteile der beiden Schulformen umfassender informiert werden.
An einer Befragung durch zwei Elternvertreter haben sich 59 Prozent für die organisatorische Verbindung ausgesprochen. Das Amt Föhr-Amrum hält das für ein ausreichend verwertbares Meinungsbild. Doch zahlreiche Elternvertreter sehen das ganz anders. Weil der Name mit angegeben werden musste, war die Befragung vom Landesdatenschutzzentrum scharf kritisiert worden. Elternbeiräte der Wyker Grundschule riefen deshalb zum Boykott der Aktion auf. In der Realschule mit Hauptschulteil wurden schließlich "nachgebesserte" Fragebögen verteilt als in den anderen Schulen und Kindergärten. "Ein unter solchen Bedingungen zustande gekommenes Ergebnis kann nicht gewertet werden", so die Meinung vieler Eltern und auch einiger Kommunalpolitiker von SPD und CDU.
Vergebens - zwei Ausschüsse haben das Schulthema inzwischen trotz aller Proteste abgehakt und eine Empfehlung für die organisatorische Verbindung ausgesprochen. Der Amtsausschuss wird sich aller Voraussicht nach diesen Empfehlungen am kommenden Montag anschließen. Das Für und Wider von der Verbindung Gymnasium/Regionalschule auf der einen und Gemeinschaftsschule auf der anderen Seite ist in diesen Ausschüssen inhaltlich bisher noch so gut wie nicht diskutiert worden.
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