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15-Jährige gefunden : Schülerin aus Itzstedt für Sex-Treffen missbraucht

vom

Erleichterung in Itzstedt: Die vermisste Schülerin ist wieder da. Der verdächtigte Nachbar soll das Mädchen im Internet für Sex-Treffen angeboten haben.

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 10:22 Uhr

Itzstedt | Die seit einer Woche vermisste Schülerin (15) aus Itzstedt (Kreis Segeberg) ist wieder da. Sie war mit einem Campingplatz–Nachbarn nach Rastatt (Baden-Württemberg) gefahren, zunächst offenbar freiwillig. Doch tatsächlich war die Schülerin in die Fänge eines Sex-Täters geraten.

Am Sonntag wurde Frührentner Klaus Bernd G. (63) festgenommen. „Der zuständige Haftrichter hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Baden-Baden Haftbefehl wegen des Verdachts der Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger und wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen erlassen“, sagte ein Polizeisprecher.

Die Mutter der Schülerin hatte Vermisstenanzeige erstattet und über Facebook verzweifelt nach ihrer Tochter gesucht. Die Polizei Bad Segeberg war zu diesem Zeitpunkt noch von keiner Gefährdungslage ausgegangen. Alles sah danach aus, dass die Jugendliche ausgerissen war. Gegenüber shz.de teilte eine Polizeisprecherin auf Nachfrage mit, dass sie daher nicht öffentlich nach dem Mädchen suchen würden. „Wir gehen nicht davon aus, dass ein Verbrechen vorliegt“, sagte sie.

Die Mutter suchte ihre Tochter daher auf eigene Faust – über soziale Medien. Der Facebook-Aufruf wurde mehr als 70.000 Mal geteilt. Und dann erhielt die Familie einen Anruf: „Erschrecken, Sie nicht: Ich habe ihre Tochter auf einer für Sex-Versteigerungen gefunden.“ Bei Gesext.de findet die Mutter wirklich Fotos von der Schülerin. Im Text steht: „Du bietest hier auf eine Auktion für eine Stunde voller Spaß, inkl. Hausbesuch, Hotelbesuch oder im Auto.“

Gemeinsam mit dem Bruder und dem Schwager bot die Mutter auf der Sex-Seite mit – und bekam für 180 Euro den Zuschlag. Das Sex-Treffen sollte am Sonntag in Rastatt stattfinden. Bruder und Schwager fuhren die knapp 700 Kilometer nach Süden, entdeckten den grünen Mercedes des Nachbarn auf einem Campingplatz neben der Autobahn. Sie wählten den Notruf. Polizisten nahmen Klaus Bernd G. fest. Ihm drohen jetzt bis zu fünf Jahre Haft. Das Mädchen wurde zum Jugendamt gebracht.

Die Mutter hofft, sie bald wieder in die Arme schließen zu können. Die Altenpflegerin lebt mit ihrer Tochter auf dem Dauer-Campingplatz in Itzstedt, weil das Geld für eine Wohnung nicht reiche. Direkter Nachbar war Frührentner Klaus Bernd G., der seine Rente als Flohmarkt-Händler aufstockt. Die Schülerin half ihm bei seinen Verkäufen, besserte sich so ihr Taschengeld auf. Eine Woche vor ihrem Verschwinden hatte sie sich in der Schule krank gemeldet. Das Attest stammt vom Hamburger Hausarzt des Frührentners. Offenbar planten beide das Untertauchen zunächst gemeinsam, der Nachbar hatte dazu extra einen neuen Wohnwagen gekauft.

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