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Rekordwert für Öko-Umlage : Schon kleine Maßnahmen sparen Strom

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Der Strom wird wieder teurer - Schuld ist die Ökostrom-Umlage. Eine landesweite Stromsparaktion soll für eine Senkung des Energieverbrauchs werben. shz.de gibt Tipps, wie Verbraucher etwas gegen zu hohe Kosten tun können.

Die Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben, heißt es gerne. Aber die Kosten steigen immer weiter - einem normalen Haushalt droht 2014 ein Aufschlag bei den Strompreisen von 70 Euro im Jahr. Die Ökostrom-Umlage als Bestandteil des Strompreises wird auf einen Rekordwert von 6,307 Cent je Kilowattstunde festgelegt. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox muss ein Mehr-Personen-Haushalt mit einen Verbrauch von 3500 Kilowattstunden kommendes Jahr im Schnitt 1050 Euro für Strom zahlen. 

Verbraucher können aber etwas gegen die höheren Kosten tun. Oft reichen schon kleine Handgriffe, um den Verbrauch zu verringern. Ein Überblick:

Küche

Der Kühlschrank gehört nicht neben den Herd. An einem kühlen Platz verbrauchen Kühl-und Gefriergeräte drei bis sechs Prozent weniger Strom, erklärt die Deutsche Energie-Agentur (dena). Warmes Essen sollte nicht direkt in den Kühlschrank oder die Tiefkühltruhe gestellt werden - denn dann wird das Innere des Gerätes wärmer. Vor dem Hereinstellen sollte das Essen abkühlen. Beim Kochen dürfen Verbraucher ruhig zum Wasserkocher greifen: Er erhitzt Wasser effizienter als ein alter Herd. Wer den Ofen beim Backen schon vor Ende der Garzeit ausschaltet, nutzt die Nachwärme optimal.

Badezimmer

Wird das warme Wasser erst im Durchlauferhitzer erwärmt, ist das günstiger. Denn ein Warmwasserspeicher muss das Wasser ständig warm halten - auch, wenn über längere Zeit keiner den Hahn öffnet. Ist es im Winter zu kalt, um die Wäsche draußen zu trocknen, setzen viele auf den Wäschetrockner. Die dena empfiehlt, die Wäsche vorher gut durchzuschleudern, das spart im Trockner Strom und Zeit.

Wohn- und Arbeitszimmer

Je heller die Hintergrundbeleuchtung vom Fernseher ist, desto mehr Strom verbraucht er. Das gilt auch für Handys, Tablets oder Laptops. Nach dem Benutzen reicht es oft nicht, Elektronikgeräte nur auszuschalten. Gerade alte Geräte benötigen auch im Stand-by-Modus viel Strom. Am besten werden die Geräte komplett vom Stromnetz getrennt, rät die dena.

Vor dem Urlaub

Wer über längere Zeit verreist, sollte alle Geräte, ob modern oder alt, vom Stromnetz nehmen. Computer verfügen auch über Energiesparfunktionen. Bei kürzeren Pausen lohnt es sich, den Rechner in einen Sleep-Modus zu versetzen. Faxgerät, Drucker, Kopierer und Scanner können als Multifunktionsgerät kombiniert nicht nur Platz, sondern auch Strom und damit Geld sparen.

Beleuchtung

Neben der Energiesparlampe sparen auch effiziente LED- und Halogenlampen Strom. Außerdem kann eine automatische Steuerung des Lichtes im Raum helfen, Strom zu sparen. So kann das System die Leuchten ausmachen, wenn Sensoren über bestimmte Zeit keine Menschen im Zimmer registrieren. Darauf weist die Fördergemeinschaft Gutes Licht in Darmstadt hin. Und das sogenannte Lichtmanagement passt die Helligkeit an die Wetterbedingungen an: Wenn Wolken vom Himmel verschwinden und mehr natürliches Licht durch das Fenster kommt, dimmt die Steuerung das Licht im Zimmer.

Energielabel
Das EU-Energielabel weist auf die Effizienz von Haushaltsgeräten hin. Sparsame Geräte werden mit A+++ ausgezeichnet, verschwenderische mit D oder noch schlechteren Klassen. Darauf weist die dena hin. Nicht nur für Waschmaschinen und Geschirrspüler gibt es die Energieklassen, sondern auch für Fernsehgeräte, Stereoanlagen, DVD-Player oder Computer. Die Elektronikgeräte werden für ihre Energieeffizienz mit dem «Energy Star» ausgezeichnet.
 

Beim Energieverbrauch geht es aber nicht nur um den Geldbeutel der Verbraucher, sondern auch um die Umwelt. Mit einer landesweiten Stromsparaktion wollen das Energieeffizienz-Zentrum, Verbraucherschützer und regionale Energieversorger für eine Senkung des Energieverbrauchs werben. Die Verbraucher müssten sich fragen, ob sie bestimmte Dinge wirklich brauchen, sagte der Klimaforscher Mojib Latif am Donnerstag bei der Vorstellung der Aktion „stromabwärts“. „Ein 1,50 Meter Bildschirm macht den Menschen wahrscheinlich nicht glücklicher.“

„Die beste Kilowattstunde ist die, die wir nicht verbrauchen“, so Latif weiter. Jede Kilowattstunde bedeute 0,6 Kilogramm weniger schädliches Klimagas. Bei der Energiewende müsse mehr Gewicht auf Energieeffizienz gelegt werden.

„Eine Einsparung von zehn Prozent ist sehr leicht möglich“, sagte Projektleiter Klaus Wortmann. Theoretisch sei eine Reduzierung des Stromverbrauchs klassischer Haushalte auf ein Drittel möglich. Dazu sind allerdings Investitionen beispielsweise in neue, effizientere Haushaltsgeräte nötig.

An der Stromsparaktion beteiligen sich 15 Stadt- und Gemeindewerke. Gezählt wird der Verbrauch des kommenden Jahres. Die ersten 2000 Teilnehmer erhalten ein Energiepaket mit kleinen Geschenken, die ersten 100 eine kostenlose Energieberatung durch die Verbraucherzentrale.

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erstellt am 11.10.2013 | 06:00 Uhr

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