zur Navigation springen

Wattführer im Interview : Schönes Wetter macht Menschen leichtsinniger

vom

In den vergangenen Wochen ist es an der Westküste vermehrt zu kritischen Situationen mit Wattwanderern gekommen. Dass sie glimpflich ausgingen, ist oft nur der Aufmerksamkeit anderer Gäste am Strand und dem schnellen Eingreifen der Rettungskräfte zu verdanken.

Klanxbüll | Wattführer Boy Boysen aus Klanxbüll erklärt, was man beachten muss, um sich vor kritischen Situationen zu schützen.

Warum unterschätzen viele Menschen die Gefahren im Watt? 
Ich glaube, das schöne Wetter spielt eine große Rolle. Viele Sandbänke liegen in der Sonne, es sind herrliche Flächen zum Laufen, und dabei vergisst man oft die Zeit. Und dann ist man erstaunt, dass die Priele, die man vielleicht gar nicht beachtet oder als solchen erkannt hat, weil sie trocken waren, auf einmal voll sind. 

Laufen die Priele denn so schnell voll? 
Ja, das Wasser kommt mit Macht. Viele wissen gar nicht, dass das auflaufende Wasser eine Fließgeschwindigkeit von vier bis sechs Kilometern pro Stunde hat. Ganz grob über den Daumen steigt das Wasser also einen Zentimeter pro Minute. Wenn das Wasser dann auf einer Breite von 500 bis 600 Metern zwischen einem und dem Festland steht, werden viele nervös.

Was raten Sie den Menschen, die eine Wattwanderung machen wollen? 
Sie sollten sich an den Gezeiten orientieren. Und etwa zweieinhalb Stunden vor Niedrigwasser loslaufen. Ein zweiter wichtiger Faktor, der häufig nicht bekannt ist, ist dass sich bei hohen Niedrigwasserständen die Aufenthaltsdauern verkürzen. Das Wasser ist schneller zurück. Ich habe nichts dagegen, wenn die Leute alleine laufen wollen, aber sie müssen sich gut informieren sowie eine genaue eigene Uhrzeit auf der Wattwanderung mitnehmen. Die meisten tun das auch. Ansonsten gibt es immer die Möglichkeit, eine geführte Wattwanderung zu machen. Das ist gerade bei weiteren Strecken - etwa vom Festland nach Föhr - sinnvoll.

zur Startseite

von
erstellt am 07.Sep.2013 | 09:52 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen