Nord-Ostsee-Kanal : Schleusenreparaturen kommen gut voran

Im März musste der Kanal wegen defekter Schleusen in Brunsbüttel für acht Tage für große Schiffe gesperrt werden. Foto: grafikfoto
Im März musste der Kanal wegen defekter Schleusen in Brunsbüttel für acht Tage für große Schiffe gesperrt werden. Foto: grafikfoto

Für die Schifffahrt im Nord-Ostsee-Kanal ist Besserung in Sicht. Die Reparaturarbeiten an den maroden Schleusenkammern in Brunsbüttel liegen im Plan.

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19. Juli 2013, 09:16 Uhr

Brunsbüttel | Gute Nachricht für die Schifffahrt: Die Reparaturarbeiten an den maroden Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) in Brunsbüttel kommen gut voran. Nach Einschätzung der Schifffahrtsverwaltung werden sie voraussichtlich Ende des Jahres fertig sein. "Die Schleusenanlage wird dann wieder betriebssicher sein", sagte Sprecher Thomas Fischer am Donnerstag Bislang schwebe noch immer das "Damoklesschwert eines Ausfalls" über dem Kanal.
Im März musste der Kanal wegen defekter Schleusen in Brunsbüttel für acht Tage für große Schiffe gesperrt werden. Große Schiffe mussten in dieser Zeit notgedrungen den Umweg über Skagen an der Nordspitze Dänemarks nehmen. Die beiden großen Kammern werden aktuell zumindest soweit wieder stabilisiert, dass sie die Bauzeit der geplanten fünften Schleusenkammer von voraussichtlich sieben Jahren durchhalten. Allein die Kosten für die Reparaturarbeiten von März bis Ende des Jahres betragen laut Fischer 15 Millionen Euro. Das Risiko eines erneuten Ausfalls gehe danach jedoch "Richtung Null", sagte Fischer.

Bis 2021 soll die geplante fünfte Schleusenkammer fertig sein

Voraussichtlich bis Mitte August sollen die Wartungsarbeiten an der Südkammer in Brunsbüttel abgeschlossen sein. Anschließend wird mit den Reparaturen der Nordkammer begonnen. Bereits beendet wurde von der Werft Nobiskrug die Reparatur des Schiebetores Nr. III. Es sollte noch am Donnerstag mit zwei Schleppern von Kiel aus nach Brunsbüttel gebracht werden.
Bis 2021 soll die geplante fünfte Schleusenkammer in Brunsbüttel fertig sein. Derzeit läuft die europaweite Ausschreibung für das mit 375 Millionen Euro veranschlagte Projekt. Die Vergabe soll im Februar 2014 erfolgen. Nach Fertigstellung ist die Sanierung der beiden bestehenden großen Kammern vorgesehen.

Planfeststellungsbeschluss wird im Herbst erwartet

Der Kanal ist seit Jahrzehnten sanierungsbedürftig. Die Schleusenanlagen in Kiel und Brunsbüttel stammen noch aus Kaisers Zeiten. Ein weiterer Engpass bahnt sich am anderen Kanalende in Kiel-Holtenau an. Dort sollen ab Mitte August bis in den November hinein nacheinander die beiden großen Schleusen außer Betrieb genommen werden, weil die 80 Meter langen Schienen an den Schiebetoren ausgetauscht werden müssen. Notwendig ist auch der Ausbau der Oststrecke des Kanals. Laut Schifffahrtsverwaltung wird der Planfeststellungsbeschluss im Herbst erwartet. Für den Neubau der über 100 Jahre alten Levensauer Hochbrücke bei Kiel soll 2014 das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Langfristig ist auch eine Vertiefung des Kanals um einen Meter geplant, die aber frühestens im Anschluss an den Ausbau der Oststrecke realistisch ist, hieß es.
Der gut 100 Kilometer lange Nord-Ostsee-Kanal ist eine der meist befahrenen künstlichen Wasserstraßen der Welt. Er verbindet die Deutsche Bucht mit der Ostsee und verkürzt den Weg im Vergleich zur Route um Dänemark herum um gut 400 Kilometer. Der Schiffsverkehr ist in diesem Jahr bislang allerdings rückläufig. Laut Schifffahrtsverwaltung ist im ersten Halbjahr sowohl die Zahl der Schiffe als auch die transportierte Ladungsmenge geschrumpft.
Insgesamt befuhren 15.940 Schiffe den Kanal. Das waren 1411 Schiffe weniger als im Vorjahreszeitraum. Parallel sank die Landungsmenge um 3,5 Millionen Tonnen auf 48.797.058 Tonnen.

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