Neuwahl : Schleswig-Holsteinerin ist neue Vorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW

Marlis Tepe (59) will für eine bessere Bildungspolitik im Bund kämpfen.  Foto: dpa
Marlis Tepe (59) will für eine bessere Bildungspolitik im Bund kämpfen. Foto: dpa

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wird für die kommenden vier Jahre von einer Schleswig-Holsteinerin geführt. Marlis Tepe wurde an die Spitze gewählt.

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17. Juni 2013, 11:37 Uhr

Hüttblek | Erneut hat ein Schleswig-Holsteiner den Kampf um einen wichtigen Gewerkschaftsposten für sich entschieden. Erst Anfang Mai wurde der Kriminaloberrat Oliver Malchow aus Eutin auf den Chefposten bei der Gewerkschaft der Polizei gewählt. Jetzt gelang der Grund- und Hauptschullehrerin Marlis Tepe aus Hüttblek (Kreis Segeberg) ein ähnlicher Coup. Am Freitag wählte die Delegiertenversammlung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die 59-Jährige zur neuen Bundesvorsitzenden. Sie tritt die Nachfolge von Ulrich Thöne an. Tepe erhielt 52,4 Prozent, wie ein Sprecher mitteilte. Ihr Gegenkandidat Norbert Hocke kam auf 42,5 Prozent. Tepe steht damit für die nächsten vier Jahre an der Spitze der Bildungsgewerkschaft, die rund 266.500 Mitglieder - vor allem Lehrer und Erzieher - zählt.
Die frisch Gewählte warf insbesondere der SPD Inkonsequenz vor. In ihrem Programm halte die Partei Arbeitnehmerrechte zwar hoch. In SPD-geführten Regierungen verstecke sie sich aber hinter der Tarifgemeinschaft der Länder, wenn es um eine bundeseinheitliche Eingruppierung für die 200.000 angestellten Lehrer gehe.
Bereits vor ihrer Wahl hatte Tepe, die seit 2006 an der Spitze des Hauptpersonalrats für die Lehrer in Schleswig-Holstein steht, angekündigt, das Profil der Gewerkschaft zu schärfen: "Ich möchte der GEW ein Gesicht in der Bundespolitik geben." Sie wolle Präsenz zeigen und "die Richtung für eine bessere Bildungspolitik vorgeben". Insider hatten zuvor beklagt, dass es ihrem Amtsvorgänger nicht gelungen war, "sich gegen die traditionell starken Landesverbände durchzusetzen und sich bundesweit Gehör zu verschaffen". Als weitere Schwerpunkte ihrer Amtszeit nannte Tepe den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern (Inklusion) und den Ausbau von Krippenplätzen.

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