Wildpark Eekholt : Schleswig-Holstein bekommt 35 Wolfsbetreuer

Der erste wilde Wolf im Land steht jetzt ausgestopft im Kreishaus Eutin. Foto: dpa
Der erste wilde Wolf im Land steht jetzt ausgestopft im Kreishaus Eutin. Foto: dpa

Schleswig-Holstein bereitet sich auf die Rückkehr des Wolfes vor: Im Wildpark Eekholt (Kreis Segeberg) beginnt die Ausbildung von 31 Wolfsbetreuern.

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15. März 2011, 08:28 Uhr

Eekholt | "Die Wolfsbetreuer sollen aktiv werden, sobald weitere Wölfe zwischen Nord- und Ostsee auftauchen", sagt Christian Seyfert, Sprecher im Umweltministerium. Im April 2007 war ein junger Wolf eingewandert, wurde bei Süsel (Kreis Ostholstein) überfahren. Und im dänischen Südjütland unweit der Grenze zu Schleswig-Holstein wollen Augenzeugen im Februar 2010 ebenfalls einen Wolf gesichtet haben. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Wolfsmanagementplan von Umweltministerin Juliane Rumpf (CDU) schon konkrete Formen angenommen. Wesentlicher Inhalt ist eine Wolfsrichtlinie, die unter anderem die Entschädigung von Wolfsschäden unbürokratisch regelt. Mit zwanzig Verbänden und Institutionen, darunter Tierhalter, Naturschützer und Jäger, war eine gemeinsame Position zur Wiederbesiedlung abgestimmt worden.
Dafür wird fachkundiges Personal benötigt, die Wolfsbetreuer. Sie werden im Wildpark Eekholt vier Tage lang nach bundesweit einheitlichen Kriterien geschult, lernen das Erkennen, Einordnen und Dokumentieren von Wolfshinweisen, darunter auch, ob ein Tier von einem Wolf gerissen wurde.
Die Ausbildung wird federführend von Norman Stier geleitet, Wissenschaftler an der Technischen Universität Dresden. Wölfe galten in Schleswig-Holstein seit 1820 als ausgestorben. Damals wurde bei Brokenlande (Kreis Segeberg) das letzte Tier erlegt. Aktuell machen die Wölfe unter anderem im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern immer wieder von sich reden, derzeit in der Region Müritz. Eine Wolfspopulation mit mehreren Rudeln gibt es in Deutschland in der Lausitz.
(ge, shz)

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