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Himmelfahrt 2017 : Schlägerei und Widerstand in Flensburg, sonst wenige Vorfälle am Vatertag

vom
Aus der Onlineredaktion

Blauer Himmel und Sonnenschein: Die Polizei hatte die Lage im Griff. In Flensburg wurde ein Polizist verletzt.

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2017 | 10:07 Uhr

Hamburg/Flensburg | In Hamburg und Schleswig-Holstein haben viele Männer mit Bollerwagen und Bier den Vatertag gefeiert. Die Hamburger Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf. Sowohl am Tag als auch in der Nacht zum Freitag habe es keine größeren Zwischenfälle gegeben. „Dafür, dass es Vatertag war, war es bei uns in Hamburg total ruhig“, sagte ein Sprecher am Freitag. Auch in Kiel Neumünster, Plön und Rendsburg sei nichts Ungewöhnliches vorgekommen, hieß es.

In Flensburg musste die Polizei am Nachmittag allerdings mit sechs Streifenwagen ausrücken. Die Meldungen einer Massenschlägerei mit 30 bis 50 Menschen in Solitüde bestätigten sich jedoch nicht. Laut dem Sprecher der Polizei waren etwa vier der etwa 300 Versammelten heftig aneinandergeraten, so dass es zu Körperverletzungsdelikten kam. Durch die Umherstehenden, die zum Teil versucht hatten, den Streit zu schlichten, sei lediglich der Eindruck einer Großschlägerei entstanden.

Am Abend wurde die Polizei dann nochmals an den Flensburger Stadtstrand gerufen. Vier betrunkene Personen leisteten Widerstand gegen die Beamten, ein Polizist wurde leicht verletzt. Einer der Männer war so aufgebracht, dass er sogar auf den Polizeihund losging und folglich gebissen wurde, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei nahm die sechs Personen, die Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet hatten, in Gewahrsam.

Die Polizei in Lübeck und den Kreisen Ostholstein, Stormarn und Herzogtum Lauenburg verzeichnete in diesem Jahr mehr Einsätze als sonst. 750 Mal rückten Polizisten den Angaben zufolge in und um Lübeck aus. 145 davon hatten einen „Himmelfahrtsbezug“. In Lübeck waren es 50 und im Kreis Ostholstein 33 feiertagsbezogene Einsätze. In der Mehrzahl der Fälle handelte es sich dabei um alkoholbedingte Straftaten und Ordnungswidrigkeiten. Es wurden Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Ruhestörungen registriert. Viele Männer gerieten auch aufgrund des Alkoholkonsums in eine hilflose Lage.

Gegen 20.30 Uhr musste die Polizei zu einem Campingplatz in Wangels (Kreis Ostholstein) ausrücken. Dort kam es zu einer größeren Ansammlung von etwa 20 jugendlichen Personen, die sich im weiteren Verlauf eine körperliche Auseinandersetzung lieferten. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden dabei zwei Männer verletzt, zwei Personen wurden in Polizeigewahrsam genommen.

Um 20.45 Uhr zündete eine Gruppe junger Männer während einer Musikveranstaltung an der Obertrave pyrotechnische Gegenstände und Feuerwerk. Personen wurden mit Bier übergossen, es kam zu Sachbeschädigungen. Vier Personen landeten im Polizeigewahrsam. Einzelne Männer dieser Gruppe waren bereits zuvor in der Schwartauer Landstraße bei einer körperlichen Auseinandersetzung aufgefallen. Die Polizei moniert, dass die Respektlosigkeit gegenüber den eingesetzten Beamten weiter zugenommen habe.

Aus dem Einsatzprotokoll:

  • 11 Uhr, Niendorfer Straße, Lübeck: Eine Gruppe junger Männer läuft immer wieder auf die Straße, Anruferin muss mit ihrem Fahrzeug eine Notbremsung einleiten.
  • 15 Uhr, Osterweide, Lübeck: Sieben bis acht Jugendliche haben einen Einkaufswagen mitgenommen und sind auf dem Wanderweg zur Wakenitz.
  • 16.40 Uhr, Leuchtenfeld, Travemünde: Zehn Personen sollen sich schlagen, viele Zuschauer.
  • 19.05 Uhr, Hemmelsdorf: Eine Personengruppe trägt einen Leitpfosten bei sich.
  • 19:46 Uhr, Scharbeutz: Zehn Leute mit lauter Musik benehmen sich daneben.
  • 22 Uhr, Steinrader Weg, Lübeck: angeblicher Balkonkletterer.
  • 23.41 Uhr, Fehmarn: Jugendliche haben Hydranten aufgedreht.

Die Zeiten, in denen es am Vatertag in Neumünster zu Krawallen, Auseinandersetzungen und Körperverletzungen kam, sind offenbar vorbei. „Wir haben festgestellt, dass sich die Leute in diesem Jahr erstmals wieder von der Vogelwiese, wo es eine Anordnung des Amtes zum Alkoholgenuss und Grillen gab, in Richtung Einfelder Schanze orientiert haben“, teilte Polizeisprecher Sönke Hinrichs mit. Dort am Strand feierten in Spitzenzeiten knapp 300 Menschen unterschiedlicher Nationen friedlich und fröhlich. Im Jahr 2010 hatte es schwere Ausschreitungen am See gegeben. In den Jahren darauf reagierte die Stadt mit einem Alkoholverbot

In Elmshorn habe es eine erhöhte Polizeipräsenz gegeben, sagte ein Polizei-Sprecher. Vorfälle habe es aber nicht gegeben. Bei dem schönen Mai-Wetter mit blauem Himmel, weißen Wolken und Sonnenschein seien viele zufriedene Väter unterwegs gewesen.

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