Nord-Ostsee-Kanal : Schiffsreparaturen während der Kanalpassage

Zwei Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal in Höhe Breiholz.
Während ihrer Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal können Reedereien ihre Schiffe künftig warten lassen.

Bis zu zehn Stunden dauert eine Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal. In dieser Zeit zwischen Brunsbüttel und Kiel könnten Schiffe gewartet und repariert werden. Firmen bieten diese Dienstleistungen jetzt an.

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17. März 2014, 08:50 Uhr

Kiel | Die acht- bis zehnstündige Fahrt ihrer Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal zwischen Kiel und Brunsbüttel können die Reedereien künftig besser nutzen. Zunächst bieten rund 20 Firmen im „längsten Dock der Welt“ umfangreiche Wartungsarbeiten und andere Dienstleistungen an, die sie an Bord erledigen wollen. Das Angebot verspricht gleich mehrere Vorteile: Die Überfahrt wird effizienter genutzt, Liegezeiten und teure Werftaufenthalte können entfallen. Die länderübergreifende Initiative, ein Projekt des Maritimen Clusters Norddeutschland, ist an diesem Dienstag in Kiel gestartet. Ministerpräsident Torsten Albig lobte dabei die maritime Wirtschaft, die nicht auf Initiativen aus Berlin warte, sondern gute Ideen für die Sicherung der maritimen Stärken habe.

„Unser Ziel ist es, fünf Prozent der mehr als 30.000 Schiffe zu erreichen, die jährlich den Kanal passieren“, sagt Heino Schadwald vom Maritimen Cluster. Das wären 1500. Auf dem Internetportal „Service Point Kiel Canal“ bieten die Firmen ihre Leistungen an. Interessierte Reeder können sich direkt an das jeweilige Unternehmen wenden und über das Portal auch Wünsche anmelden.

Zwar ist das Servicepersonal nicht billig, wenn es die zeitaufwendige Kanalpassage mitmacht. Aber wenn ein Schiff nicht fahren kann und Liegegebühren zu zahlen sind, wird es teurer: Da allein das Absenken und Hochfahren im Dock 60.000 Euro kosten kann, fällt ein Tagessatz von 300 Euro für einen Monteur nicht so ins Gewicht.

Während der Kanalpassage könnten Spezialisten beispielsweise Nebenantriebsaggregate warten, Proben vom Ballastwasser entnehmen oder Öl reinigen. Die Zeit kann auch für Vermessungen genutzt werden, um den Einbau von Anlagen zur Abgasentschwefelung vorzubereiten. 2015 treten hier verschärfte Vorgaben in Kraft. Die Firmen wollen ihre Angebote auch bündeln, um sie für die Reedereien noch attraktiver zu machen.

Aus Sicht Schadwalds war vielen Reedern und Inspektoren bisher nicht klar, welche Möglichkeiten der Kanal für solche Arbeiten bietet. Auch spielten die Kosten inzwischen eine viel größere Rolle als früher. Weil die Frachtraten drastisch sanken, sei das Kostenbewusstsein der Reeder mittlerweile deutlich gestiegen.

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