zur Navigation springen

Rendsburg : Sanierung des Kanaltunnels dauert länger und wird teurer

vom

Neue Hiobsbotschaft für Autofahrer: Der Rendsburger Kanaltunnel wird zur Dauerbaustelle bis Ende 2015. An zwei Wochenenden im Herbst gibt es nachts sogar Vollsperrungen. Angesichts der Probleme an der Rader Hochbrücke sieht der ADAC eine weitere Zuspitzung der Lage.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 16:42 Uhr

Rendsburg | Die Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels dauert erheblich länger als geplant und wird deutlich teurer. Das bestätigte eine Sprecherin der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSV) Nord in Kiel. Die Weströhre, durch die derzeit der gesamte Verkehr rollt, muss noch bis Jahresende neu asphaltiert werden - an zwei Wochenenden im Herbst sind nachts Vollsperrungen geplant. Die komplette Sanierung droht sich bis Ende 2015 zu verzögern.

Laut „Kieler Nachrichten“ sollen die Kosten um zehn Millionen auf insgesamt 35 Millionen Euro steigen. Die WSV-Sprecherin sagte, die genauen Steigerungen ließen sich noch nicht beziffern, sie könnten aber in der genannten Größenordnung liegen. Diese Mehrkosten für die Baumängel in der Oströhre würden vom Bund übernommen.

Grund für die Asphaltierung der Weströhre sind Schäden durch den starken Ausweichverkehr wegen der für mehr als 7,5 Tonnen schwere Lastwagen gesperrten Rader Hochbrücke. Außerdem hat die wegen Reparaturen gesperrte Oströhre laut WSV-Sprecherin mehr Schäden als angenommen, insbesondere Rost am Stahl in den Wänden und unter der Fahrbahn. Die Sanierung dürfte nach WSV-Angaben bis Ende 2015, möglicherweise aber auch bis 2016 dauern.

„Das ist eine kleine Katastrophe für Mittelholstein“, sagte ein Sprecher des ADAC Schleswig-Holstein zu den weiteren Verkehrsproblemen. Autofahrer müssten versuchen, über die Rader Hochbrücke auszuweichen, während Lastwagen über 7,5 Tonnen einen noch größeren Umweg zum Beispiel über Kiel in Kauf nehmen müssten.

Der Unternehmensverband UV Nord sieht massive Gefahren für die Wirtschaft. Notwendig sei der zügige Bau einer Rendsburger Nordumgehung. Zudem müsse die Sanierung des Kanaltunnels rund um die Uhr an allen Tagen der Woche erfolgen. Als Ersatz der Rendsburger Eisenbahn-Hochbrücke sollten zudem Gespräche über einen Tunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal aufgenommen werden. „Nur durch diese Bypass-Lösung kann der drohende Verkehrsinfarkt des landgebundenen Schienenverkehrs zwischen Deutschland und Skandinavien verhindert werden“, sagte UV Nord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich.

Die Asphaltierungsarbeiten in der Weströhre sollen in den Nächten vom 25. bis zum 27. Oktober zwischen 21 Uhr und 5 Uhr morgens und am darauffolgenden Wochenende (1. bis 3. November) erfolgen, teilte die WSV-Sprecherin mit. In diesen Zeiten ist der Tunnel vollständig gesperrt. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums erklärte, die Bauarbeiten an der Rader Hochbrücke lägen im Zeitplan, sie sollen Ende November abgeschlossen sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen