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Vorstoß aus dem Bildungsausschuss : Ruf nach "strategischer Personalplanung" für Lehrer

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Ein Zeitvertrag - für viele junge Lehrer ist das ganz normal. Anke Erdmann (Grüne) fordert jetzt eine "strategische Personalplanung", damit mehr Fairness entstehe.

Kiel | Schwangerschaft, Elternzeit, Langzeiterkrankung: Das sind die häufigsten Gründe, die das Kieler Bildungsministerium als Grund für kurze Zeitverträge für Lehrer sind. "Deshalb muss man sich darauf einstellen, dass das Ziel null unerreichbar ist", meint Anke Erdmann, Vorsitzende des Bildungsausschusses des Landtags. Dennoch pocht die Grüne darauf, dass die Zahl der befristeten Lehrerverträge sinkt.
In der Regel - so bestätigt es das Ministerium - trifft es Berufseinsteiger im Alter zwischen 25 und 30 Jahren. "Die powern voll rein und wissen oft während der Sommerferien nicht, wie es mit ihnen weitergeht - das ist für die persönlich der Hammer", ärgert sich Erdmann. In der nächsten Sitzung des Bildungsausschusses des Landtags am 15. August stehe deshalb ein Antrag mit einem Auftrag an Bildungsministerin Waltraud Wende auf der Tagesordnung. Nach Einschätzung Erdmanns zeichnet sich überfraktionelle Einigkeit ab: Wende solle darlegen, welche Möglichkeiten zu einer Reduzierung der befristeten Verträge noch nicht ausgeschöpft seien. Eine "strategische Personalplanung" ist für Erdmann nötig. Auch nicht unbegrenzt hilfreich sei die vergleichsweise neue Praxis, Zeitverträge des alten Schuljahrs zumindest bis zum 1. August laufen zu lassen. Im nächsten Jahr gehen die Ferien bis zum 23. August. "Wir müssen gucken, wie man den Umgang mit diesen Verträgen grundsätzlich optimiert bekommt", fordert die Grünen-Politikerin - deren Koalition sonst nicht müde wird, von anderen Arbeitgebern faire Beschäftigungsbedingungen zu verlangen, wie zuletzt beim umstrittenen Tariftreuegesetz. Dazu entgegnet Erdmann: Kurze Zeitverträge seien "auch die Kehrseite guter Arbeitsbedingungen der regulär beschäftigten Lehrer" - nicht nur in Form von vielfach genommener Elternzeit, sondern auch von Sabbatjahren. Letzteres einzuschränken, lehnt Erdmann ab. Sabbatjahre seien eine Möglichkeit, Burnout vorzubeugen.
Die Zahl der befristeten Verträge im neuen Schuljahr stehe erst in einigen Wochen fest, teil Ministeriumssprecherin Beate Hinse mit. Die Stellenbesetzungen dauerten an. Grundsätzlich sei das Land bemüht, jungen Lehrkräften eine Perspektive zu geben. Ein Zeitvertrag sei zumindest eine Möglichkeit, sie im System zu halten. Auch werden die Verträge als ein Beitrag gegen weiteren Unterrichtsausfall genannt. "Wenn irgend möglich", versuche das Land, eine Brücke in die unbefristete oder beamtete Anstellung zu bauen. "Angesichts der Haushaltslage gibt es aber leider wenig Spielraum", so Hinse. "Wir können Planstellen nicht doppelt besetzen, um die Vertretungslehrkraft über die Ferien hinweg zu beschäftigen, obwohl die Stammlehrkraft ebenfalls wieder im Dienst ist. Auch das Bildungsministerium muss zur Konsolidierung des Haushalts beitragen und in den kommenden Jahren Stellen abbauen."

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erstellt am 05.Aug.2013 | 02:00 Uhr

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