Hamburg St. Georg : Rüdiger Nehberg predigt in Moschee

Rüdiger Nehberg. Foto: dpa
Rüdiger Nehberg. Foto: dpa

Der norddeutsche Abenteurer Rüdiger Nehberg "predigt" am Freitag gegen weibliche Genitalverstümmelung - und zwar in der Centrum-Moschee in Hamburg St. Georg.

Avatar_shz von
07. Juli 2011, 08:30 Uhr

Hamburg | Zuvor wird Nehberg im Namen seines Projekts "Target" ein Banner gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen zwischen die Minarette der Moschee spannen. Die Initiative zu der spektakulären Aktion sei von Mustafa Yoldas ausgegangen, dem Vorsitzenden der Schura der Centrum-Moschee, berichtet Nehberg. Yoldas sei von dem "Goldene Buch für Moscheen in Deutschland" beeindruckt gewesen, einer Art Predigtgrundlage für Imame zum Schutz der von Beschneidung bedrohten Mädchen.
Auf Einladung der Moschee steigt Nehberg beim traditionellen Freitagsgebet um 13 Uhr auf die Kanzel und hält einen Lichtbildervortrag zum Thema weibliche Genitalverstümmelung. Anschließend wird Yoldas als Erster in einer deutschen Moschee aus dem "Goldenen Buch" lesen. Das Werk dokumentiert die "Internationale Konferenz Islamischer Gelehrter" in Kairo, Ägypten, zu der "Target" geladen hatte. Nehberg: "Höchste muslimische Theologen ächteten in dieser Konferenz die weibliche Genitalverstümmelung als ein mit ihrer Religion unvereinbares Verbrechen und schrieben dies in der ,Fatwa von Kairo fest, die als verbindliches religiöses Rechtsgutachten gilt."
Proteste oder Boykotte gläubiger Muslime befürchte er nicht, sagt Nehberg, der zwar an eine große Schöpfungskraft glaubt, sich selbst aber weder dem Christentum noch dem Islam zuordnen will. Weibliche Genitalverstümmelung sei in 35 Ländern, vor allem in der Sahelzone, verbreitet. 150 Millionen Mädchen und Frauen seien betroffen, die meisten davon Muslimas: Deshalb sehe "Target" im Islam die größte Kraft, "dieses Verbrechen zu beenden".
(doa, shz)

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen