34. Kirchentag : Rote Grütze und Tausende Kartons

Wo die Kirchentagsbesucher sitzen können: Freiwillige Helfer stellen die Papphocker in den Messehallen in Hamburg auf. Foto:  dpa
Wo die Kirchentagsbesucher sitzen können: Freiwillige Helfer stellen die Papphocker in den Messehallen in Hamburg auf. Foto: dpa

In Hamburg beginnt morgen der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag. Auch Schleswig-Holsteins Kirchenkreise sind dabei-

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30. April 2013, 11:37 Uhr

Hamburg | Morgen geht es los. Über Hunderttausend Menschen aus ganz Deutschland werden mit ihren Rucksäcken und Taschen, Isomatten und Schlafsäcken nach Hamburg kommen. Schulturnhallen werden zu Massenquartieren, und mancher Einwohner der Hansestadt und ihres Umlands überlässt die heimische Koje für die nächsten Tage einem Gast aus Bayern oder Baden-Württemberg. Denn Morgen beginnt in Hamburg der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag, zu dem die Veranstalter mehr als 100.000 Besucher aus ganz Europa erwarten.

Höhepunkte des ersten Abends sind die vier Eröffnungsgottesdienste auf den Bühnen am Strandkai, am Fischmarkt, auf der Reeperbahn und dem Rathausmarkt. Am Prominentesten ist dabei die Bühne am Strandkai besetzt: Dort wird die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs eine Predigt in auch für Menschen mit Handicap verständlicher, "leichter" Sprache halten, und dort treffen sich die Präsidenten: Kirchentagspräsident Gerhard Robbers wird den 34. Deutschen Evangelischen Kirchentag am Strandkai eröffnen, und Bundespräsident Joachim Gauck wird ein Grußwort sprechen.

Predigt auf dem Fischmarkt

Auf dem Fischmarkt dagegen predigt der Kopenhagener Bischof Peter-Henrik Skov-Jakobsen, auf dem Rathausmarkt werden Hunderte Posaunenbläser den von der Hamburger Pastorin Anne Gidion geleiteten Gottesdienst umrahmen, und auf der Reeperbahn wird Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen) das Christentreffen miteröffnen.

Anschließend werden mehr als 300 000 Menschen, Kirchentagsbesucher und Hamburger, die Innenstadt bevölkern. Dort findet der "Abend der Begegnung" statt: Die gastgebende Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland will sich den Kirchentagsteilnehmern präsentieren. Zwischen Alster und Hafen werden unzählige Messestände aufgebaut sein, und vor dem Hamburger Rathaus ankert das Nordkirchenschiff.

Ein Motto lautet: "Bei Gott bin ich König"

Von Usedom bis Westerland präsentieren sich an diesem Abend die Kirchenkreise der Nordkirche mit ihren Regionen und Spezialitäten - der Kirchenkreis Schleswig-Flensburg etwa unter dem Motto "Bei Gott bin ich König". Damit soll an die wechselvolle deutsch-dänische Geschichte des Grenzlandes erinnert werden.

Auf einem goldenen Thron können sich die Kirchentagsbesucher mit einer goldenen Pappkrone fotografieren lassen, und mehr als 300 mitwirkende Ehrenamtliche aus dem ganzen Kirchenkreis sorgen für die Verpflegung der Besucher mit alkoholfreien Cocktails und roter Grütze, bevor sich die Kirchentagsbesucher mit Tausenden brennenden Lichtern an den Ufern der Binnenalster und am Grasbrookhafen versammeln, um im Schein der Kerzen und bei meditativer Musik den Tag mit dem Abend segen zu beschließen. Dem ersten Gänsehautmoment des Kirchentags, dem in den nächsten Tagen viele Weitere folgen werden.

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