Husum : Rohrverleger fördern Beweise für Überreste einer Kapelle zutage

Kirchenvorsteher Georg Weßler zeigt den uralten Griff eines Sarges. Foto: Müllerchen
Kirchenvorsteher Georg Weßler zeigt den uralten Griff eines Sarges. Foto: Müllerchen

Menschliche Skelette und Überreste von Särgen haben Arbeiter unter einem Gehweg in Husum gefunden. Dort stand im 16. Jahrhundert offenbar eine Kapelle.

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18. November 2011, 10:14 Uhr

Husum | Am helllichten Tag und mitten im Zentrum der Stadt Husum (Kreis Nordfriesland) machten Arbeiter einen überraschenden Fund. Sie wollten Rohre für Glasfaserkabel und zusätzlich ein Leerrohr verlegen. Doch als sie die Grube dafür aushoben, beförderten sie unter anderem menschliche Knochen zutage. Neben einem Skelett fanden sie auch den Griff eines früheren Sarges.
Für Georg Weßler von der Kirchengemeinde St. Marien war der Fund eine Überraschung, die der Presbyter aber schnell zuzuordnen wusste. Anhand eines alten Grundrisses konnten alle Beteiligten den ehemaligen Standort einer Kapelle ausmachen. Sie stand im 16. Jahrhundert dort, wo heute der Bürgersteig am Kirchengrund vorbeiführt.
Auch Grundstein geborgen
Kirchenmann Weßler versteht den Fund nicht nur als die bisher fehlende Bestätigung des Standortes, sondern auch als deutlichen Hinweis auf die Nutzung des ehemaligen Gemäuers. Das Haus hatten gut betuchte Bürger des Ortes damals wohl zu ihrer letzten Ruhestätte gemacht.
Aus dem Bürgersteig war außerdem ein riesiger Granit befördert worden. Weßler ist sich ziemlich sicher, damit einen Grundstein der Kapelle, die auch als Knutzenkapelle bezeichnet wird, gehoben zu haben. Eine weite Reise tritt der "Findling" aber nicht an. Er soll wieder in den Bürgersteig eingelassen werden. Als Teil des Gehwegs könne er ganz nebenbei auf die Geschichte des Ortes hinweisen, sagte Weßler.

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