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Kieler „Tigers“ : Rocker-Prozess: Lange Haft gefordert

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Ein Mann soll in der Türkei ein Mitglied der Kieler „Tigers“ verschleppt und verprügelt haben. Nun soll er ins Gefängnis. Der Angeklagte ist allerdingsuntergetaucht.

Kiel | Im Prozess gegen drei Rocker der Kieler „Tigers“ hat der Staatsanwalt am Montag eine lange Haftstrafe für den Hauptangeklagten gefordert. Der 35-Jährige - er tauchte kurz vor Ende des Prozesses unter und wird per Haftbefehl gesucht - habe sich des erpresserischen Menschenraubs und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, sagte der Ankläger vor dem Kieler Landgericht. Dafür müsse er fünf Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Der Staatsanwalt hält es für erwiesen, dass der 35-Jährige als Haupttäter mit anderen Rockern während eines Türkei-Urlaubs im August 2011 ein neues Club-Mitglied auf eine Müll-Deponie bei Antalya verschleppte. Dort habe er das Opfer massiv bedroht und geschlagen und schließlich rund 30.000 Euro erpresst. Das Geld musste die Frau des Opfers in Deutschland beschaffen und an zwei Boten übergeben, während ihr Mann in der Türkei gefangen gehalten wurde.  

Die Schilderungen des 45-jährigen mutmaßlichen Opfers hielt der Staatsanwalt für durchgängig glaubhaft. Aber auch andere Zeugenaussagen und Puzzleteile stützten die Anklage maßgeblich, sagte er. Die Verteidigung bezweifelt dagegen die Angaben des mehrfach vorbestraften Mannes. Er soll auch im Kieler Drogenmilieu tätig sein. Vor Gericht hatte der 45-Jährige ausgesagt, dass er nach der Tat unter Angst, Depression und sogar Suizd-Gedanken litt. Der sonst dominant auftretende Rocker traute sich demnach monatelang kaum mehr aus dem Haus. 

Während der Verteidiger des flüchtigen Hauptangeklagten auf sein Plädoyer verzichtete, weil sich das Gericht bereits auf eine Verurteilung festgelegt habe, beantragten die Verteidiger der beiden Mitangeklagten Freisprüche. Nach dem Willen des Staatsanwaltes sollen sie nur wegen Beihilfe verurteilt werden. Einer könnte auf Bewährung hoffen. Für den anderen forderte der Ankläger eine Gesamtstrafe von vier Jahren und vier Monaten - unter Einbeziehung einer Reststrafe. Das Urteil soll am Mittwoch (16.30 Uhr) verkündet werden.

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erstellt am 06.Okt.2014 | 18:56 Uhr

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