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Bei Stau und Schritttempo : Rettungsdienst in SH erklärt: So wird die Rettungsgasse jetzt gebildet

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Wie Autofahrer eine Rettungsgasse bei vier Spuren bilden müssen, hat sich geändert. Der Rettungsdienst bittet Autofahrer, die Arbeit der Retter nicht zu blockieren.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2016 | 11:59 Uhr

Kiel | Der Rettungsdienst in SH weist Autofahrer darauf hin, dass sich die Bestimmungen für das Bilden einer Rettungsgasse geändert haben. Der Platz für die Einsatzfahrzeuge muss schon gebildet werden, „wenn sich der Verkehr stark verlangsamt hat und nicht erst bei staubedingtem Stillstand. Egal wie viele Spuren: Die Rettungsgasse ist immer zwischen der äußerst linken Spur und der rechts daneben zu bilden.“ Das erklärt die Rettungsdienst-Kooperation auf ihrer Facebook-Seite.

 

Dazu stellen die Retter ein Video von einer richtig gebildeten Rettungsgasse, das demonstrieren soll, wie gut darin die Fahrt zum Unfallort funktioniert.

Auf Autobahnen sowie außerorts auf Straßen mit mindestens zwei Streifen pro Richtung gilt nun: Sobald Autos mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder es Stillstand gibt, müssen sie eine Rettungsgasse zwischen der äußersten linken Spur und der unmittelbar rechts daneben bilden. Bei drei oder vier Spuren fahren also die Autos auf dem linken Streifen nach links und alle anderen nach rechts. Bisher sollte etwa bei vier Spuren die Gasse in der Mitte gebildet werden. „Die Unterscheidung nach Anzahl der Fahrstreifen wird damit endlich aufgegeben“, sagt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). „Diese Regelung schafft Klarheit und wird die Akzeptanz der Verkehrsteilnehmer erhöhen.“

Wo wird die Rettungsgasse gebildet? Autobahnen sowie außerorts auf Straßen mit mindestens zwei Streifen
Wann wird die Rettungsgasse gebildet? Schrittgeschwindigkeit oder Stau
Wie wird die Rettungsgasse gebildet? Autos auf dem linken Streifen fahren nach links und alle anderen nach rechts

Immer wieder gibt es Probleme, weil Autofahrer die Rettungsgasse blockieren, wie beispielsweise beim Einsatz an einem brennenden Auto auf der A1 im Oktober. „Zahlreiche Autofahrer hängten sich dreist hinter die mit Blaulicht und Martinshorn fahrenden Feuerwehrfahrzeuge und machten so die Rettungsgasse für nachfolgende Rettungsfahrzeuge wieder dicht“, beklagten sich Gemeindewehrführer Olaf Klaus und Wehrführer Kai-Uwe Gatermann.

Ende November forderten mehrere Innenminister, die Sanktionen für die Behinderung der Einsätze zu verschärfen. „Es kann beispielsweise nicht sein, dass für das Nicht-Bilden einer Rettungsgasse nur 20 Euro Verwarngeld fällig werden“, erklärte Lorenz Caffier (CDU), Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern.

StVO § 11 Abs. 2 Besondere Verkehrslagen mit der Änderung ab 13. Dezember

„Sobald Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, müssen diese Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden.“

 

 

 

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