Glückliches Ende : Rettung für Zaheda aus Afghanistan

Trauriges Bild: Die schwer am Bein verwundete Zaheda kann im Kinderkrankenhaus von Kabul nicht operiert werden. Foto: sh:z
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Trauriges Bild: Die schwer am Bein verwundete Zaheda kann im Kinderkrankenhaus von Kabul nicht operiert werden. Foto: sh:z

Die junge Afghanin ist schwer verwundet, nur eine baldige Operation in Deutschland kann sie retten. Im Norden war jedoch kein Klinikbett frei - bis gestern.

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19. September 2009, 09:29 Uhr

Schleswig/Kabul | Sie liegt auf einer Pritsche ohne Bettbezug, trägt noch Kopftuch und ihr Alltagskleid. Ärzte stehen daneben, doch sie können Zaheda nicht helfen. Das etwa zehnjährige Mädchen liegt schwer verwundet im Kinderkrankenhaus von Kabul. "Dort wird Zaheda sterben, wenn wir ihr nicht schnellstmöglich helfen", sagt Diane Ley (38), eine Mutter aus Schleswig, die sich für verletzte Kinder aus Afghanistan einsetzt und für Zaheda bis gestern händeringend ein Klinikbett im Norden suchte.
Diane Ley arbeitet ehrenamtlich für den Verein "Kinder brauchen uns" (KBU). Die Organisation mit Sitz in Mühlheim an der Ruhr holt verletzte Jungen und Mädchen per Luftbrücke nach Deutschland. Ein afghanischer KBU-Mitarbeiter schickte ihr das Foto von Zaheda. "Sie wurde bei einem Gefecht im Süden von Afghanistan schwer am Bein getroffen", sagt Diane Ley. "Die Ärzte vor Ort können nichts machen außer den Verband zu wechseln - und das ohne Betäubung."
"Damit haben wir unseren Teil der Abmachung erfüllt"
Nur ein baldiger Flug nach Deutschland und eine sofortige Operation können das Mädchen retten. "Sobald die Wunde vernarbt, muss das Bein amputiert werden. Jeder Tag zählt", sagt Diane Ley.
Auf der Suche nach einem Klinikplatz erhielt die zweifache Mutter beim Schlei-Klinikum in Schleswig zunächst eine Absage. In der zur Damp Holding zählenden Einrichtung bekommen in diesem Jahr bereits zwei Kinder aus Afghanistan ärztliche Hilfe - auf Kosten der Klinik. Im Frühjahr wurde ein kleiner Junge mit schweren Verbrennungen stationär aufgenommen. Und im Herbst wird ein Mädchen zur Nachbehandlung erwartet. "Damit haben wir unseren Teil der Abmachung erfüllt", sagte Kliniksprecherin Aguedita Afemann - und meinte damit eine Vereinbarung zwischen dem Verein KBU und dem Schlei-Klinikum, jährlich bis zu zwei Kinder kostenlos zu behandeln.

Wenig später jedoch die gute Nachricht: Nach dem Anruf durch unsere Zeitung fragte die Sprecherin in den anderen Kinderkliniken der Damp-Gruppe nach - und wurde in Stralsund fündig. "Im Hanse-Klinikum ist noch Platz", sagte Aguedita Afemann. Reaktion von Diane Ley: "Super! Vielen herzlichen Dank!" Jetzt werde der Verein dafür sorgen, dass Zaheda so schnell wie möglich nach Deutschland komme.

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