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Verkehr in Schleswig-Holstein : Rendsburger Kanaltunnel wieder gesperrt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ende Oktober wird der Kanaltunnel in Rendsburg gesperrt. Die Kommunen sind in Sorge angesichts der Verkehrslage am Nord-Ostsee-Kanal. Die Spediteure sind schockiert. „Ich bin sprachlos“, sagt einer.

Neuer Stress am Nord-Ostsee-Kanal. Nachdem die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) angekündigt hat, dass der Kanaltunnel in Rendsburg in den Nächten des letzten Oktober- und des ersten Novemberwochenendes wegen neuer Fahrbahnsanierungen voll gesperrt werden soll, klagen die Spediteure. „Das sind neue Einbußen für uns, ich bin sprachlos“, sagt der Sprecher des Unternehmensverbandes Logistik Schleswig-Holstein, Thomas Rackow. Schon jetzt kommt es vor der Rader Hochbrücke und dem Tunnel in Stoßzeiten zu kilometerlangen Staus. Und auch die Nebenstrecken, die Lastwagen nach der Sperrung der Brücke vor rund acht Wochen nutzen, seien komplett überlastet. „Das ist Wahnsinn, was da an Wirtschaftsverkehr rüberläuft. Ich kann die Bürger verstehen, die davon genervt sind“, sagt Rackow, „aber wir müssen da lang.“

Die Kommunen sind in Sorge. „Diese Situation ist der Super-Gau für die Gemeinde“, sagt der Bürgermeister von Jagel (Kreis Schleswig-Flensburg), Jörg Meier, der über den Ausweichverkehr auf der B 77 klagt. Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel will das Land in die Pflicht nehmen, sollten die Straßen kaputt gehen. Mit bis zu 7000 Lastwagen, die täglich durch Eckernförde fahren, sei die Belastungsgrenze überschritten.

Das Land sieht die WSV-Pläne kritisch. Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele bat gestern die Bundesbehörde öffentlich, mit der Erneuerung des Asphalts und der Sperrung zu warten, bis die Brücke wieder voll für Lkw und Autos befahrbar ist. Denn, das ist die gute Nachricht, die Nägele zu verkünden hat: „Das wird deutlich vor Ende November sein.“ Das war bislang der offizielle Termin für die Fertigstellung. Nägele schlug gestern vor, bis dahin im Kanaltunnel ein Tempolimit von 30 km/h einzurichten. „Damit könnten wir leben“, sagt Thomas Rackow.

Doch aus Sicht des WSV reicht das nicht aus. Der Asphalt der stark beanspruchten Weströhre sei so kaputt, dass die Lastwagen nur noch durch Spurrinnen fahren, so WSV-Sprecherin Claudia Thoma. Die Behörde will die Bedenken zwar prüfen, aber: „Es geht uns um die Sicherheit. Und den Asphalt können wir nur bis zu einer bestimmten Temperatur aufbringen, sonst hält der nicht.“ Seite 4 / Kommentar Seite 2

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