Süsser Tiernachwuchs : Rehkitze in SH: Der Mensch ist die Gefahr

So süß sie auch sind: Anfassen sollte man die kleinen Kitze nicht. Ihre Mütter könnten sie verstoßen.

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04. Mai 2015, 12:13 Uhr

Dieser Tage erblicken wieder viele Rehkitze in Schleswig-Holstein das Licht der Welt. Die Kleinen werden von ihren Müttern in der ersten Zeit oft allein gelassen, um Füchse vom Versteck des Nachwuchses fern zu halten. Nur kurz besuchen Rehmütter ihre Jungen, um sie zu säugen. Das geruchlose Kitz liegt so relativ sicher in der hohen Wiese.

Doch es gibt ein Problem: Den Menschen. Viele Wiesen werden im Mai gemäht, zahlreiche Kitze und Junghasen von den Kreiselmähern getötet. Die Rehbockjagd bringt zusätzlich Unruhe in den Wald. Auch freilaufende Hunde sind ein Problem.

Wer ein Kitz berührt, überträgt seinen Geruch auf das Jungtier und riskiert so, dass das Kleine von der Mutter verstoßen wird. Oft ist das das Resultat eines übereifrigen Tierschutzgedankens: Das Kitz könne ja allein sein. „Die Rehmutter ist die beste Mutter für Kitze. Wir sind nur ein kläglicher Ersatz“, erklärt Christian Erdmann, Stationsleiter der Wildtierstation in Sparrieshoop.

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Dorthin kam über Umwege das Kitz Huberta, dessen Mutter tot in einem Wildgatterzaun hing. Nun beginnen in Sparrieshoop unruhige Nächte: „Solch junge Kitze brauchen mindestens zweimal die Nacht Ziegenmilch“, erklärt Erdmann. Nach erfolgreicher Aufzucht im Rehgehege wird Huberta in Kooperation mit dem zuständigen Jäger an ihrem Fundort wieder freigelassen.

Rehkitz Huberta auf dem Arm von Christian Erdmann.
Foto: Christian Erdmann
Rehkitz Huberta auf dem Arm von Christian Erdmann.
 
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