Nord-Ostsee-Kanal : Regierung fordert vom Bund zügigen Kanalausbau

Frachtschiffe verkehren an einer der Schleusen in Kiel-Holtenau.
Von einem funktionierenden Kanal hänge wesentlich die wirtschaftliche Entwicklung ganz Norddeutschlands ab, betont Wirtschaftsminister Reinhard Meyer.

Verkehrsminister Meyer spricht von einem „großen Schritt nach vorn“: Das Kabinett ebnete am Dienstag den Weg für einen raschen Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals. Jetzt ist der Bund am Zug.

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12. November 2013, 11:34 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins Landesregierung verlangt vom Bund, den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals rasch voranzutreiben. Das Kabinett ebnete dafür am Dienstag den Weg, indem es auf Vorschlag von Umweltminister Robert Habeck (Grüne) formal sein Einvernehmen für die geplante Verbreiterung westlich von Kiel gab. Dies betrifft einen rund 20 Kilometer langen Abschnitt zwischen Klein Königsförde und Schwartenbek.

„Das ist nach den schweren Problemen der letzten Monate ein großer Schritt nach vorn“, sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) der dpa auf Anfrage. Die Kanalsohle soll in dem Bereich von rund 40 auf 70 Meter verbreitert werden. Außerdem werden Kurven begradigt, um den Kanal für größere Containerschiffe befahrbar zu machen. Künftig sollen auch Schiffe bis zu einer Länge von 280 Metern und einer Breite von 32,5 Metern den bestehenden Tiefgang ausnutzen können.

Mit dem Einvernehmen des Landes könne der Bund bis Jahresende das Planfeststellungsverfahren abschließen, sagte Meyer. Die künftige Bundesregierung müsse dann unverzüglich den Ausbau starten. „Wir können uns nicht erlauben, erst die Erneuerung der maroden Schleusen in Kiel und Brunsbüttel abzuwarten - der Bund muss beide Projekte parallel in Angriff nehmen und dafür die Finanzierung sicherstellen.“ Von einem funktionierenden Kanal hänge wesentlich die wirtschaftliche Entwicklung ganz Norddeutschlands ab. Das betreffe besonders auch den Hamburger Hafen mit seinen vielen tausend Arbeitsplätzen.

„Der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals ist für die maritime Wirtschaft in Schleswig-Holstein wichtig, bedeutet aber natürlich auch einen Eingriff in die Natur“, sagte Umweltminister Habeck. Die Planungen zeigten aber, dass Naturschutz und bedeutsame Infrastrukturprojekte nicht einander ausschließen. „Den Belangen der betroffenen Bürger, der Wasserwirtschaft und Landeskultur, des Natur- und Landschaftsschutzes sowie des Tourismus sollte nun soweit wie möglich Rechnung getragen sein“, sagte Habeck. Die von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes vorgesehenen Regelungen berücksichtigten die von der Landesregierung in das Verfahren eingebrachten Hinweise.

Mit dem vorgesehenen Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals entfallen nicht nur bisherige Einschränkungen für größere Schiffe. Auch für die übrigen Nutzer verbessert sich die durchgehende Passage.

 
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