Kreis Schleswig-Flensburg : Regen statt Schnee: Der Norden von SH säuft ab

Die aufgeweichte Erde in Flensburg rutschte bei Kielseng einfach ab.

Die aufgeweichte Erde in Flensburg rutschte bei Kielseng einfach ab.

Erdrutsche, überflutete Straßen, nasse Keller: Der Regen sorgt an Weihnachten für zahlreiche Einsätze in SH.

shz.de von
28. Dezember 2015, 15:41 Uhr

Flensburg/Harrislee/Handewitt | Massive Regenfälle sorgen im Kreis Schleswig-Flensburg: Ein breites Regenband schaufelt bereits seit über 24 Stunden Regenmassen von der Nordsee in den Norden Schleswig-Holsteins. Die Folge: Seit dem Mittag des zweiten Weihnachtstages sind Feuerwehren zu Hilfseinsätzen ausgerückt. Vollgelaufene Häuser, überflutete Straßen und Erdrutsche halten die Einsatzkräfte besonders in den Bereichen Flensburg und im Kreis-Schleswig-Flensburg in Atem.

Das Geröll landete auf der Straße. Kielseng musste gesperrt werden.
Karsten Sörensen

Das Geröll landete auf der Straße. Kielseng musste gesperrt werden.

 

In Flensburg gab es gegen 13 Uhr einen Erdrutsch. Anrufer hatten den Absturz eines ganzen Hanges des Volksparks beobachtet, tonnenschwere Erdmassen wurden rund 50 Meter quer auf die Fahrbahn gerissen. Eine Fahrspur der Straße Kielseng musste für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden.

Die Feuerwehr musste mehrere Straßen im Norden von den Wassermassen befreien.
Karsten Sörensen

Die Feuerwehr musste mehrere Straßen im Norden von den Wassermassen befreien.

In der Gemeinde Harrislee sind ebenfalls seit den Mittagstunden alle verfügbaren Wehrkräfte im Einsatz. Aus dem Waldgebiet Wassersleben drängen wegen des aufgeweichten Boden, Unmengen Wasser in Richtung des Strandes Wassersleben. Größere Flächen in der Ortschaft stehen unter Wasser und drohen in eine Wohnanlage zu laufen. Lenzpumpen der Wehren laufen auch an der Straße Forsteck.  Hier versuchen Hausbesitzer und Feuerwehrkräfte den entstandenen Wasserschaden zu begrenzen. Auch das Technische Hilfswerk aus Flensburg ist mit einem Einsatztrupp und entsprechenden Großpumpen in Harrislee eingesetzt.

In der Straße Forsteck in Wassersleben kämpfen Anwohner gegen das Wasser an.
Karsten Sörensen

In der Straße Forsteck in Wassersleben kämpfen Anwohner gegen das Wasser an.

 

In Langballig, Gelting und Steinbergkirche sind Bäche und Gewässer durch die Wassermassen übergetreten, ganze Felder sind überschwemmt worden. Auch hier sichern die Wehren Häuser und Anwesen gegen den Wassereintritt, teils auch mit Sandsäcken.

Die Lehbekerau ist in Gelting über die Ufer getreten und ragt bis an die Häuser heran.
Claudia Olivia Gillmann

Die Lehbekerau ist in Gelting über die Ufer getreten und ragt bis an die Häuser heran.

Besonders in Gelting fürchten sich die Anwohner vor den Wassermassen. Die Lehbekau ist über die Ufer getreten. Böse Erinnerungen an das Hochwasser 2011 werden wach. Seitdem streitet die Gemeinde über den Hochwasserschutz. Anwohnerin Claudia Olivia Gillmann hat sich mit ihren Vermietern auf einen Notfall-Kaffee getroffen. Die geplante Dänemark-Reise ist erstmal abgeblasen. „Wir beobachten die Situation weiter“, heißt es aus Gelting.

Die Wiesen in Gelting stehen unter Wasser.
Claudia Olivia Gillmann

Die Wiesen in Gelting stehen unter Wasser.

Ein Sprecher der Regional-Leitstelle Nord in Harrislee beruhigt: „Es hat halt viel geregnet!“ Viele Feuerwehren seien rund um Flensburg im Einsatz, um hier und da nicht mehr passierbare Straßen leer zu pumpen. Im Nordosten des Landes war die Feuerwehr am Samstag fast 40 mal ausgerückt.

Die dänische Feuerwehr forderte für einen wetterbedingten Einsatz Hilfe beim deutschen Technischen Hilfswerk an. Gegen Abend habe die Anzahl der Einsätze abgenommen - am Sonntagmorgen hatte sich das Wetter bereits wieder beruhigt. Im Westen und Süden Schleswig-Holsteins habe es keine wetterbedingten Einsätze gegeben, wie Sprecher weiterer Rettungsleitstellen sagten.

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