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Deutscher Wetterdienst : Regen in SH: Gefühltes Wetter 2015 bestätigt

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Die Folgen des Klimawandels sind längst auch in Deutschland zu spüren. In Schleswig-Holstein dominierte allerdings der Regen.

Berlin/Kiel | 2015 war eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen - nur nicht in SH. In der Schönwetter-Tabelle Deutschlands landete Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr ganz unten. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge war mit 894 Litern je Quadratmeter die höchste aller 16 Bundesländer. Das ergab eine Übersicht, die der Deutsche Wetterdienst am Dienstag veröffentlichte.

Auch wenn man es in Schleswig-Holstein 2015 nicht bemerkt hat: Jahrelang wurde über die Erderwärmung nur gesprochen, jetzt wird sie in Deutschland mess- und erfahrbar.

Die mittlere Sonnenscheindauer in Schleswig-Holstein von 1638 Stunden unterboten demnach nur Bremen und Niedersachsen. Die Jahresdurchschnittstemperatur betrug in SH  9,7 Grad - nur in Bayern und Thüringen war es kälter.

Auch im langfristigen Vergleich fiel in Schleswig-Holstein besonders viel Niederschlag. Seit 1881 stieg die durchschnittliche Jahresmenge im Norden um 16,7 Prozent und damit am stärksten. Der Mittelwert in Deutschland lag bei 9,9 Prozent.

Deutschland insgesamt hat sich seit 1881 um 1,4 Grad erwärmt, Schleswig-Holstein um 1,3 Grad. Die Erderwärmung macht sich damit in Deutschland stärker bemerkbar als im weltweiten Vergleich.

International habe der Wert seitdem bei etwas unter einem Grad gelegen, erklärte DWD-Experte Thomas Deutschländer. Als Grund nannte er auch die geografische Lage. „Land erwärmt sich schneller als Wasser“, sagte er. Die Entwicklung sei daher erwartbar gewesen.

Die Mitteltemperatur der vergangenen 25 Jahre lag demnach hierzulande mit 9,2 Grad genau 1 Grad über dem Wert der internationalen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Deutschländer: „Das ist erlebter Klimawandel.“ Dem Meteorologen zufolge waren 23 dieser 25 Jahre in Deutschland zu warm. Dazu beigetragen habe auch das vergangene Jahr - es war zusammen mit 2000 und 2007 das zweitwärmste seit Beginn der Messreihe.

„Auffällig war: Bis Ende Oktober war ein solcher Platz auf dem Treppchen noch nicht absehbar“, sagte Deutschländer. Ausschlaggebend seien der außergewöhnlich milde Spätherbst und Temperaturrekorde im November und Dezember gewesen. In den beiden Monaten war es demnach zudem besonders trocken. Und: „Insgesamt gab es im Sommer 2015 mehr als 20 Tage ohne nennenswerten Niederschlag“, sagte er. „Unter dem Strich lassen sich die Auswirkungen dieser Witterung zumindest regional nur mit einem Wort treffend beschreiben: Dürre.“ 2015 lag die Temperatur in Deutschland im Mittel bei 9,9 Grad.

Verglichen mit der international gültigen Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 ist das dem DWD zufolge eine Abweichung von 1,7 Grad.

In Regionen mit ausgeglichener Niederschlagsbilanz oder gar zu viel Regen sei im vergangenen Jahr überwiegend Starkregen vom Himmel gekommen. „Für die Zukunft geht die Klimaforschung davon aus, dass sich die Niederschlagsproblematik noch verschärfen wird“, sagte DWD-Vizepräsident Paul Becker.

Der DWD hat daher Radardaten der vergangenen 15 Jahre zum Thema Starkregen ausgewertet. Künftig wollen die Meteorologen diesen Datensatz jährlich neu berechnen und schrittweise immer mehr Regionen und Städte analysieren. Damit wollen die Fachleute das Risiko für Starkregen besser bewerten können. Vor zwei Jahren hatte ein Jahrhundertregen einen Korridor zwischen Münster und Greven in Westfalen überschwemmt. Ein Mann ertrank damals in seinem Keller.

Seit 1981 hat die Niederschlagsmenge hierzulande nach DWD-Daten seit 1981 um gut ein Zehntel zugenommen. Bei der Sonnenscheindauer macht sich die Erderwärmung hingegen kaum bemerkbar: Hier ist über die Jahre lediglich ein leicht steigender Trend erkennbar.

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erstellt am 08.Mär.2016 | 15:45 Uhr

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