Wewelsfleth : Reetdachhaus brennt ab

Feuerwehrleute löschen letzte Brandnester in den Trümmern ab. Foto: Schwarck
Feuerwehrleute löschen letzte Brandnester in den Trümmern ab. Foto: Schwarck

95 Feuerwehrleute waren im Einsatz: Ein reetgedecktes Wohn- und Wirstchaftsgebäude stand in Wewelsfleth (Kreis Steinburg) in Flammen. Schaden: 150.000 Euro.

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28. April 2011, 08:28 Uhr

Wewelsfleth | Erst im Juli 2009 war ein 200 Jahre altes Reetdachhaus einer historischen Hofanlage im Wewelsflether Außendeich durch ein Großfeuer vollständig zerstört worden. In der Nacht zu Dienstag fiel nun auch das zweite reetgedeckte Wohn- und Wirtschaftsgebäude den Flammen zum Ofper. Die Ursache dieses Brandes ist noch ungeklärt. Die Sachverständigen der Kripo Itzehoe haben die Ermittlungen aufgenommen. Der Schaden beläuft sich auf 150.000 Euro.
Gegen 4.30 Uhr am frühen Dienstagmorgen wurde Großalarm für die Feuerwehren Wewelsfleth, Brokdorf und Beidenfleth ausgelöst. Das historische Flachhallenhaus, idyllisch auf einer Warft im Außendeich gelegen, stand in voller Ausdehnung in Flammen. Personen wurden durch den Großbrand nicht verletzt. Die Rentnerin Lore Rademann, die das Haus nach dem Tod ihres Mannes in den letzten Jahren allein bewohnt hatte, war vor drei Monaten ausgezogen und lebt jetzt in einer Seniorenwohnanlage im Dorf. Das Haus war komplett leer, so dass nur der Gebäudeschaden zu beklagen ist.
Rund 1,3 Kilometer lange Schlauchleitung bis zu einem Tiefbrunnen
"Löschwasser war ausreichend vorhanden, doch musste die Wasserversorgung mühevoll aufgebaut werden", berichtete Wewelsfleths Wehrführer Jürgen Schröder, in dessen Händen die Einsatzleitung für die 95 Feuerwehrkräfte lag. Während seine Wehr Löschwasser aus einem Tiefbrunnen und einem Hydranten im Bereich der Totenstöpe bezog, mussten die Brokdorfer Brandschützer eine rund 1,3 Kilometer lange Schlauchleitung bis zu einem Tiefbrunnen beim Krey-Hof in Hollerwettern aufbauen. Die Beidenflether Feuerwehr bekämpfte das Feuer mit dem Wasservorrat aus einem nahe gelegenen Vorfluter.Für weitere Gebäude in der Umgebung bestand keine Gefahr.
Am Vormittag meldeten Passanten, dass sich auch am Ufer vor dem Elbdeich ein Feuer entwickelt hatte. Dort war auf etwa 50 Meter Länge das angeschwemmte Treibselgut vermutlich durch den Funkenflug in Brand geraten. Die Wewelsflether und die Brokdorfer Feuerwehr rückten mit ihren Tanklöschfahrzeugen aus, um die Flammen zu bekämpfen. Unterstützt wurden sie von dem Landwirt Reimer Thormählen, der das brennende Treibselgut mit einem Radlader so weit auseinander schob, dass es von den Feuerwehren abgelöscht werden konnte.
(shz)

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