Piratenüberfälle : Reeder fordern zügige Bewaffnung deutscher Schiffe

Die 2009 aus Piratengewalt befreite 'Hansa Stavanger'.Foto: dpa
Die 2009 aus Piratengewalt befreite "Hansa Stavanger".Foto: dpa

Piratenüberfälle sind nach wie vor ein großes Problem der internationalen Schifffahrt. Deutsche Reeder appelieren deshalb an den Bundestag, die Bewaffnung von Handelsschiffen zu erlauben.

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02. September 2012, 03:35 Uhr

Berlin | Aus Sorge vor weiteren Piratenüberfällen haben die deutschen Reeder den Bundestag aufgefordert, zügig die Bewaffnung von Handelsschiffen zu erlauben. "Diese Verordnung muss so rasch wie möglich kommen, damit die Unternehmen im Januar 2013 die Zulassung beantragen können", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), Ralf Nagel, der "Wirtschaftswoche".
Die Bundesregierung hatte Mitte Juli einen Gesetzentwurf vorgestellt, der den Einsatz privater bewaffneter Sicherheitskräfte auf eine rechtliche Grundlage stellen soll. Demnach dürfen diese Schutzmannschaften künftig Gewehre und halbautomatische Waffen einsetzen, nicht aber vollautomatische oder Kriegswaffen. Die deutschen Reeder sind nach Angaben des federführenden Wirtschaftsministeriums verpflichtet, künftig nur noch derartige "zertifizierte" Sicherheitskräfte anzuheuern.
Zahl der Piratenüberfälle zuletzt rückläufig
Nach Angaben des Reeder-Verbandes ist die eigene Bewaffnung das effektivste Mittel zur Abwehr. "Noch nie ist ein Schiff gekapert worden, das bewaffnete Kräfte an Bord hatte", sagte Nagel. Weltweit war die Zahl der Piratenüberfälle auf hoher See nach Expertenangaben zuletzt rückläufig.
Seit Jahren treiben somalische Piraten am Horn von Afrika ihr Unwesen. "Allein in diesem Jahr haben die Piraten vor Somalia schon 70 Schiffe attackiert. Derzeit halten sie elf Frachter mit insgesamt 188 Geiseln fest", teilte der Reeder-Verband mit. Auch im Golf von Guinea vor der Küste des westafrikanischen Staates Nigeria müssten sich Handelsschiffe inzwischen vor Überfällen schützen.

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