Sozialer Tag : Redaktionsarbeit: Mehr als Kaffee kochen

Ein Tag in der Onlineredaktion: Lea Bode tippt ihren ersten Artikel. Foto: Havlat
Ein Tag in der Onlineredaktion: Lea Bode tippt ihren ersten Artikel. Foto: Havlat

Sozialer Tag: Schüler verlassen ihre Klassen, um zu arbeiten. Den Lohn spenden sie Kindern auf dem Balkan. Lea Bode (14) hat in unsere Redaktion geschaut.

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09. Juli 2008, 04:54 Uhr

Es ist der 8. Juli gegen 13 Uhr. Einmal im Jahr haben wir den Sozialen Tag. Heute ist es wieder soweit.
Endlich: Keine Schule - unser Klassenraum bleibt leer. Stattdessen steht "helfen" auf dem Stundenplan und darauf freue ich mich schon. Hallo erstmal! Darf ich mich vorstellen? Ich bin Lea Bode (14) vom Flensburger Fördegymnasium und sehr gespannt auf meinen Einsatz. Eine gute Freundin hat vergangenes Jahr in einem Auto-Tatoo-Shop geholfen. Eine andere arbeitete im Kindergarten und reinigte das Bällebad. Die Kinder freuten sich und meine Freundin hatte jede Menge Spaß.
Bei mir sieht es ganz anders aus: Ich habe ein Vereinbarung mit der Lokalredaktion des Flensburger Tageblatts und der Onlineredaktion von shz.de. Ein Bürojob. Eingestellt hatte ich mich schon auf typische Arbeiten: Kaffee kochen, Blumen gießen, fegen, Müll runterbringen, Akten entstauben und sortieren... Doch es kam ganz anders.
Guter Vorgeschmack auf den Beruf
Ich schreibe meinen ersten Onlineartikel, habe schon gesehen, wie Archivarbeit erledigt wird und bei der Telefonkonferenz gehört, über welche Themen die Zeitungen morgen berichten. Inzwischen überlege ich mir, ob ich das später beruflich machen möchte. Der Arbeitstag ist auch ein guter Vorgeschmack auf den Beruf - eine Möglichkeit, Erfahrung in der Arbeitswelt zu sammeln.
So wie ich arbeiten heute weit mehr als 100.000 Jugendliche in ganz Deutschland. Am 10. Sozialen Tag unter dem Motto "Helden bitte melden" spenden sie ihren Lohn für Jugend-Projekte in Südosteuropa. Sprecherin Sandra Reinecke von der Organisation Schüler helfen Leben (SHL) ist optimistisch: "Wir rechnen mit Einnahmen von rund zwei Millionen Euro." Das Geld gehe unter anderem an ein Projekt gegen Jugendarbeitslosigkeit in der albanischen Stadt Durres. An der Aktion beteiligten sich bundesweit 1050 Schulen, davon rund 520 in Schleswig-Holstein und 80 in Hamburg.

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