Menschenhandel : Razzien in Pinneberg und Segeberg

Polizeibeamte durchsuchten in der Nacht mehrere Bordelle und Wohnungen. Der Verdacht: sexuelle Ausbeutung und Schleusung von Ausländerinnen.

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23. Mai 2008, 06:04 Uhr

Der deutschen Polizei ist ein Schlag gegen einen internationalen Menschenhändlerring gelungen. Bei Razzien in Schleswig-Holstein, Hamburg und Nordrhein-Westfalen hätten mehr als 150 Beamte in der Nacht zum Freitag zeitgleich ein Hotel in Bad Segeberg, zwei Bordelle in Pinneberg und Hamburg sowie insgesamt elf Wohnungen und Häuser von Verdächtigen durchsucht, teilte die Polizei in Itzehoe mit. Ein 40 Jahre alter Mann aus Pinneberg sei verhaftet worden. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, Ausländerinnen zur Arbeit im Rotlichtmilieu eingeschleust und sexuell ausgebeutet zu haben.
Hintergrund der Durchsuchungen war nach Angaben der Polizei ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Itzehoe wegen des Verdachts des Menschenhandels. Bei der Aktion, an der unter anderem mehrere Spezialeinheiten der Polizei und die schleswig-holsteinische Einsatzhundertschaft aus Eutin beteiligt waren, stellten die Beamten außer umfangreichem Beweismaterial auch vier Schusswaffen sicher.
Menschenhandel zum Zweck der Zwangsprostitution gewinne immer mehr Bedeutung
Menschenrechts-Politikerinnen der CDU begrüßten die Razzia und forderten ein entschlossenes Vorgehen gegen Menschenhändler. "Ein Rechtsstaat wie Deutschland darf der gewerbsmäßigen Schleusung und sexuellen Ausbeutung von Frauen nicht tatenlos zusehen", teilten die Sprecherin für Menschenrechte der Unions-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach, und die CDU-Berichterstatterin im Menschenrechtsausschuss des Bundestags, Ute Granold, am Freitag in Berlin mit. Menschenhandel zum Zweck der Zwangsprostitution und Ausbeutung von Arbeitskräften gewinne immer mehr Bedeutung. Deutschland sei ein vorrangiges Ziel.

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