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Blitzmarathon : Raser mit Tempo 105 in Neumünster unterwegs

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

55 Kilometer pro Stunde zu schnell: Ein Raser tappte in Neumünster in die Blitzer-Falle.

Neumünster | Es hat sich wirklich gelohnt: 280 Raser gingen gestern während des bundesweiten Blitzmarathons allein an der Rendsburger Straße in Neumünster in die Falle. Rund 30 von ihnen müssen wohl ein Bußgeld zahlen, die anderen Ertappten kommen mit einem Verwarnungsgeld davon. Absoluter Spitzenreiter war ein Fahrer, der am Vormittag mit 105 Kilometer pro Stunde Richtung Innenstadt unterwegs war. Erlaubt ist lediglich Tempo 50. Er bekommt auf alle Fälle auch ein Fahrverbot. Insgesamt passierten 5376 Fahrzeuge die Radarfalle.

Gegen 8 Uhr Uhr hatten Andrea Kuck und Christian Ebbinghaus vom städtischen Verkehrsüberwachungsdienst das einzige Messgerät in der Stadt schräg gegenüber der neuen Holstenhallenausfahrt aufgebaut. In wechselnden Schichten wurde dann bis 17.15 Uhr der Verkehr stadteinwärts auf zwei Spuren ins Visier genommen. Von einem silbernen Opel aus, der hinter einer Werbetafel geparkt war, wurde direkt neben der teuren Technik auf einem Laptop die Bildqualität begutachtetet.

„Wir überwachen, dass hier die erlaubte Höchstgeschwindigkeit in einer geschlossenen Ortschaft eingehalten wird. Denn hier werden zum Teil wirklich hohe Geschwindigkeiten gefahren“, berichten Andrea Kuck und Christian Ebbinghaus aus Erfahrung.

Und sie sollten immer wieder Recht behalten: Bereits nach anderthalb Stunden hatten 39 Fahrer die erlaubten 50 Stundenkilometer überschritten. In der Mittagszeit waren es schon fast 100 Verkehrsteilnehmer, die zu schnell unterwegs waren. Am frühen Nachmittag gegen 14 Uhr waren schon über 200 Fahrer in die Falle gegangen.

Bevor eine Messung überhaupt starten kann, muss die Straßenbreite ausgemessen werden. Selbst Unebenheiten in der Fahrbahn müssen dabei berücksichtigt werden, hieß es. Das Messgerät, das gestern auf einem Stativ etwa in Kniehöhe am Straßenrand stand, konnte beide Fahrspuren separat überwachen. Der Blitzer löste erst bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von 59 Stundenkilometern aus. Pauschal gehen noch mal drei Stundenkilometer Toleranz herunter.

Die eigentliche Messung begann gestern schon in 65 Metern Entfernung. Das heißt: Wenn es blitzt, ist es bereits zu spät. Dennoch legt manch erschrockener Fahrer noch schnell eine Vollbremsung mit quietschenden Reifen hin. Und es wird auch schon mal provoziert: Einzelne Verkehrsteilnehmer verlangsamen dann deutlich ihre Geschwindigkeit, um direkt neben dem Messgerät mit Vollgas wieder durchzustarten. „Es kommt sogar vor, dass ein Autofahrer zurückkommt, um mit uns das Gespräch zu suchen. Auf die gemessenen Daten können wir aber keinen Einfluss nehmen“, erzählten Andrea Kuck und Christian Ebbinghaus.

Den Blitzmarathon begrüßten die beiden Fachleute. „Es ist richtig, weil den Autofahrern dadurch noch mal ins Bewusstsein gerufen wird, dass man sich an Geschwindigkeitsregeln zu halten hat“, sagten die Stadtmitarbeiter. Doch ob ihr Einsatz jetzt zu einer bundesweiten Aktion gehört oder nicht, spielt für sie keine Rolle. „Wir stehen sowieso jeden Tag irgendwo in der Stadt, um zu messen“, sagten Andrea Kuck und Christian Ebbinghaus.

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erstellt am 19.Sep.2014 | 05:00 Uhr

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