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Bischofsbevollmächtigter : "Randale am Vatertag ist unerträglich"

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Christi Himmelfahrt wird von vielen Deutschen als Vatertag gefeiert. Sie ziehen mit Bollerwagen und Alkoholvorräten los. Solange die Männer friedlich bleiben, begrüßt das auch die Nordkirche.

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erstellt am 11.Mai.2013 | 11:08 Uhr

Schleswig | Der Vatertag wird in Deutschland immer an Christi Himmelfahrt gefeiert - oft feucht-fröhlich mit Bierfass und Bollerwagen. Solang es bei beschwingten Ausflügen bleibt, ist alles gut, findet der Bischofsbevollmächtigte im Sprengel Schleswig und Holstein, Gothart Magaard. Randale sei aber völlig inakzeptabel. Was an dem Tag eigentlich gefeiert wird und was die Kirche an Himmelfahrt Besonderes bietet, verrät er im Interview.
Christi Himmelfahrt wird von vielen Menschen gar nicht mehr als kirchlicher Feiertag wahrgenommen. Vielmehr feiern viele mehr oder weniger feucht-fröhlich den Vatertag, nicht selten arten die Feiern Randale und Pöbeleien aus. Stört Sie das eigentlich?
Fröhliche Ausflüge in die Natur, bei denen auch ein Bier getrunken wird, sind für mich völlig in Ordnung. Aber schwer angetrunkene und pöbelnde oder gar randalierende Menschen finde ich nicht nur am sogenannten Vatertag unerträglich. Diese Art, "Vatertag" zu begehen, hat mit dem christlichen Feiertag "Christi Himmelfahrt" nichts zu tun.
Wofür steht Christi Himmelfahrt eigentlich?
Der Himmelfahrtstag steht eigentlich dafür, dass Jesus Christus gleichermaßen Herrscher des Himmels und der Erde ist. Die biblische Apostelgeschichte erzählt, wie Jesus, ohne jede Vorwarnung, mitten im Gespräch mit seinen Freunden "gen Himmel aufgehoben" wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass Christinnen und Christen mit offenen Mündern erstaunlichen Phänomenen hinterher schielen und Genickstarre bekommen. Himmelfahrt bedeutet, dass wir getragen von unserem Glauben, wach und aufmerksam für die Gegenwart sind und von Gottes Segen begleitet den Herausforderungen der Welt begegnen können.
Was tut die Kirche, um an Christi Himmelfahrt eigene Akzente zu setzen und die Entwicklung zur Eskalation zu stoppen?
Ich freue mich, dass so viele Kirchengemeinden den Himmelfahrtstag für Open-Air-Gottesdienste oder andere außergewöhnliche Gottesdienstformen nutzen und oft auch im Anschluss zu gemeinsamen Fahrradtouren oder Ausflügen einladen. Dadurch wird unser christlicher Feiertag auf gute Weise mit der weltlichen Tradition verbunden, den Himmelfahrtstag für Fahrten ins Grüne zu nutzen. Und zwar ganz ohne dummes Verhalten, sondern fröhlich und in guter Gemeinschaft.

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