Nord-Ostsee-Kanal : Ramsauer besucht Brunsbütteler Schleuse

Als "gewaltiges Problem für Schifffahrt und Wirtschaft" bezeichnet Peter Ramsauer die vergangenen Tage am Nord-Ostsee-Kanal. In Brunsbüttel erschien er zum Ortstermin.

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16. März 2013, 08:25 Uhr

Brunsbüttel | Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ist am Freitag in Brunsbüttel im Kreis Dithmarschen eingetroffen, um sich selbst einen Eindruck von der zugespitzten Lage am Nord-Ostsee-Kanal zu verschaffen. Acht Tage lang konnten größere Schiffe den Kanal nicht mehr passieren, weil die größere der beiden Doppelschleusen nicht mehr benutzbar war. "Dass so etwas passiert, ist für Schifffahrt und Wirtschaft ein gewaltiges Problem", sagte der Verkehrsminister in Brunsbüttel.

"Mein Dank gilt vor allem den Tauchern und Handwerkern", sagte der CSU-Politiker zur schnellen Wiederaufnahme des Betriebs zumindest einer großen Schleuse. Mit einer notdürftigen Reparatur war es ihnen gelungen, in nur acht Tagen aus zwei defekten Schleusenkammern ein einzelnes funktionstüchtiges Provisorium zu bauen. "Doch bei einer Notreperatur kann es nicht bleiben", sagte Ramsauer. Deshalb solle zügig mit dem Bau einer fünften Schleusenkammer begonnen werden - "spätestens Anfang 2014".

"Nur auf Verschleiß gefahren"

Ramsauer wies erneut die Kritik an seinem Vorgehen energisch zurück. Die Bedeutung von Schifffahrt und Wasserwegen bei der Bewältigung von Frachtaufkommen sei in Deutschland vor seinem Amtsantritt völlig unterschätzt worden, gab der Minister zurück. Unter anderem sei beim Nord-Ostsee-Kanal - dessen Bauwerke und Technik noch aus der Kaiserzeit stammten - seit Jahrzehnten nur "auf Verschleiß" gefahren worden.

Damit sich ein Kollaps nicht wiederholt, versprach Ramsauer, für den Kanal eine Sondereinsatzgruppe einzurichten. Elf zusätzliche Schlosser und Elektriker sollen zusätzlich eingestellt werden, um den Betrieb über und unter Wasser ständig aufrechterhalten zu können."Wir müssen ständig auf der Hut sein, da bei der über hundert Jahre alten Technik immer wieder akute Probleme auftreten können", sagte der CSU-Politiker.

Der Bundesminister wurde bei seinem Besuch von dem schleswig-holsteinischen Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) und Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) aus Hamburg begleitet. Der Nord-Ostsee-Kanal ist die meistgenutzte künstliche Wasserstraße der Welt.

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