zur Navigation springen

Fastenmonat : Ramadan zu Mittsommer – so lange dauert das tägliche Fasten in SH

vom
Aus der Onlineredaktion

Der islamische Fastenmonat fällt ausgerechnet in die Mittsommer-Zeit – das erschwert den Verzicht besonders im Norden.

shz.de von
erstellt am 18.Jun.2015 | 16:51 Uhr

Kiel | Der muslimische Fastenmonat Ramadan hat begonnen: Weltweit bedeutet das für Gläubige Muslime auf Essen zu verzichten – bis die Sonne untergeht. In SH und in Nordeuropa ist das in diesem Jahr besonders schwierig: Denn Ramadan fällt in die Zeit der Sommersonnenwende. Die Tage sind also besonders lang.

Fragen und Antworten zum Ramadan:

Wie lange dauert Ramadan 2015?

Im Jahr 2015 findet der Ramadan vom 18. Juni bis zum 16. Juli statt. Ramadan richtet sich nach der Stellung des Mondes. Genauer beginnt der neue Monat im Islamischen Kalender dann, wenn der Neumond das erste Mal sichtbar ist und endet, nachdem der abnehmende Mond komplett verschwunden ist – bevor der nächste Neumond erscheint.

Wie lang sind die Tage im Juni in SH?

Um die Sommersonnenwende dauern die Tage besonders lange: Gegen 4.45 Uhr geht über Flensburg die Sonne auf, erst nach 22 Uhr ist Sonnenuntergang. Das ergibt eine Tageslänge von mehr als 17 Stunden. Moderate Islamgelehrte raten Muslimen in Nordeuropa, sich an die Fastenzeiten im nächstgelegenen Land mit muslimischer Mehrheit zu halten, um nicht bei bis zu 16 Stunden Sonnenlicht zu lange zu hungern, schreibt die Zeitung „Die Zeit“.

Worauf müssen Muslime im Ramadan verzichten?

Mit dem Sonnenuntergang dürfen Muslime täglich das Fasten brechen. Nach der Tradition des Propheten Mohammed beginnt dieser Fastenbruch mit dem Essen einer Dattel und einem Schluck Wasser. Laut Koran heißt es ab der Morgendämmerung wieder: Fastenzeit. Im Koran heißt es dazu: „Esst und trinkt, bis ihr in der Morgendämmerung einen weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden könnt“. Das Trinken von Wasser oder Alkohol sowie das Ziehen an einer Zigarette gelten bereits als Fastenbruch. Auf Geschlechtsverkehr sollen Muslime während des Fastenmonats ebenso verzichten wie auf das Streiten und Fluchen. Viele Muslime engagieren sich auch für wohltätige Zwecke.

Wie viele Menschen fasten im Ramadan?

Für 1,6 Milliarden Muslime ist es die wichtigste Zeit des Jahres. Es ist eine der fünf Säulen des Islam, neben dem Glaubensbekenntnis, dem täglichen Gebet, der Gabe von Almosen und der Pilgerfahrt nach Mekka.

Was passiert nach 29 Tagen des Fastens?

Nach dem Fastenmonat gibt es ein dreitägiges Fest. Das Eid al-Fitr (Das Fest zum Fastenbrechen) wird mit Festspeisen und Geschenken für die Kinder gefeiert.

Wird der Fastenbruch in islamischen Ländern bestraft?

Ja. In einer Reihe islamischer Staaten ist das Nichteinhalten der Fastenzeit verboten. In Saudi-Arabien werden sogar Nicht-Muslime bestraft, die im Ramadan während des Tages in der Öffentlichkeit essen oder trinken. In Marokko und Algerien wurden in der Vergangenheit Geld- und Gefangnisstrafen verhängt. Immerhin: Pakistan hat angekündigt, während des Fastenmonats keine Hinrichtungen durchzuführen. „Aus Ehrfurcht vor dem Monat wird niemand gehängt werden“, erklärte das Innenministerium.

Gelten die Fastenregeln für alle Muslime?

Nein. In der Regel sind Kinder, Schwangere und ältere Menschen von der Fastenpflicht befreit.

Geht der Alltag normal weiter?

Ja. In der Türkei werden auch im Ramadan die Bemühungen zur Bildung einer Regierungskoalition fortgesetzt. In Istanbul fällt außerdem die Schwulen- und Lesbenparade erstmals in die Fastenzeit.

In krisengeschüttelten arabischen Ländern wie dem Irak oder Syrien verbindet sich der Beginn des Fastenmonats mit der Hoffnung auf ein Abflauen der Gewalt. Die Kämpfe mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bereiteten vielen Irakern Kummer, sagte die 48 Jahre alte Lehrerin Wissal al-Samrai aus Bagdad. „Aber wir hoffen, dass die Gewalt im Ramadan stoppt und dass wir in Sicherheit leben können.“ Viele Muslime befinden sich derzeit auf der Flucht oder leben in Kriegsgebieten.

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert