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Dithmarschen und Segeberg : Rätsel um Wölfe in SH gelöst

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Gerissene Schafe und Beweisfotos: Zwei Wölfe hinterließen in diesem Jahr in Schleswig-Holstein ihre Spuren. Der Wolf in Dithmarschen ist eigentlich eine Wölfin.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 13:50 Uhr

Das Rätsel um den Segeberger Wolf ist gelöst. Im Sommer tappte das Tier im westlichen Kreis Segeberg in Fotofallen. Zwischen Juni und September hinterließ der Wolf dort seine Spuren, im November verendete er in Dänemark. Er war krank - das teilt das Umweltministerium Schleswig-Holstein mit. Eine erneute Prüfung von Genetikproben am Forschungsinstitut Senckenberg (Gelnhausen) habe „überraschende Erkenntnisse“ gebracht. Der Wolf, der zwischen Juni und September 2012 mehrfach durch Bilder und Genetik-Untersuchungen nachgewiesen wurde, wanderte bis in den Thy Nationalpark in Nordjütland.

Der Wolf stammte aus dem „Milkeler Rudel“ in Sachsen. Von dort aus wanderte er in den 412 Kilometer Luftlinie entfernten Kreis Segeberg, wo er den ganzen Sommer über blieb. Für das Umweltministerium deutet alles darauf hin, dass der dreijährige Rüde dort ein geeignetes Revier gefunden hatte. Dass er dann wieder 365 Kilometer weit nach Dänemark wanderte, sei ungewöhnlich. Wolfsexperten gehen davon aus, dass diese zweite Abwanderung durch eine massive Störung ausgelöst wurde. Worin die Störung lag, ist bisher unklar. Insgesamt ist das Tier weit über 1000 Kilometer gewandert, was nicht so häufig vorkommt.

Ein zweiter Wolf hielt Schleswig-Holstein in diesem Jahr auf Trab: Im Mai und Juli riss ein Wolf mehrere Schafe im Kreis Dithmarschen. Er wurde in der Umgebung von Kleve und Linden entdeckt. Oder besser gesagt: sie. Nach der Genetik-Untersuchungen am Forschungsinstitut Senckenberg handelt es sich um eine junge Wölfin aus dem aus dem 307 Kilometer Luftlinie entfernten „Altengrabower Rudel“ in Sachsen-Anhalt. „Es ist der erste weibliche in Schleswig-Holstein nachgewiesene Wolf“.

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