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Polizeieinsatz auf A7 : Rader Hochbrücke - ein "gefährlicher Arbeitsplatz"

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Seit fünf Wochen ist die Rader Hochbrücke für den Schwerlastverkehr gesperrt, doch einige Lkw-Fahrer sind unbelehrbar. Die Polizei hofft, dass der Einsatz so schnell wie möglich zu Ende ist.

Rendsburg | Auch fünf Wochen nach der Sperrung der Rader Hochbrücke für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen versuchen einige Lastwagenfahrer noch immer, über das marode Bauwerk an der A7 zu fahren. „Es gibt immer noch Lastwagenfahrer, die sich nicht an das Verbot halten wollen“, sagte Jürgen Börne von der Landespolizei. Diese werden von den Polizeibeamten an den Kontrollpunkten mit Zeichen und Weisungen an der Weiterfahrt über den Nord-Ostsee-Kanal gehindert. „Diese Versuche haben im Verlauf der Einsatzdauer aber spürbar abgenommen.“ Ein Problem sei, dass Fahrer, die nach dem Kontrollpunkt gestoppt werden, rückwärts unter Aufsicht der Polizeibeamten wieder herausfahren müssen. „Dieser Vorgang ist natürlich zeitaufwendig und führt zu erheblichen Behinderungen, da sich der Verkehr dahinter aufstaut.“

Für die Polizei ist der „Einsatzort Autobahn ein gefährlicher Arbeitsplatz“, sagte Börne. „Neben der Belastung durch Lärm, Staub und Abgase besteht die Unfallgefahr durch unaufmerksame oder zu schnell fahrende Fahrzeuge.“ Die Einsatzleitung versuche aber beispielsweise durch Warnkleidung, Beleuchtung und Tempolimits die Gefahren zu minimieren. „Das ist eine ungünstige Situation, um da zu arbeiten“, sagte auch der Geschäftsführer der Gewerkschaft der Polizei in Schleswig-Holstein, Karl-Hermann Rehr. „Das kann man auch nicht schön reden, und wir hoffen wirklich, dass dieser Einsatz so schnell wie möglich zu Ende ist.“

Die für den Verkehr zwischen Hamburg und Dänemark sehr wichtige Autobahnbrücke bei Rendsburg ist wegen Schäden an den Pfeilern seit rund fünf Wochen aus Sicherheitsgründen für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt. Alle anderen können in beide Richtungen nur eine Spur nutzen. Der Verkehr ist deshalb vor allem an den Wochenenden stark beeinträchtigt, weil noch viele Urlauber unterwegs sind. Börne rechnet damit, dass demnächst saisonbedingt weniger los sein wird. Allerdings werden die Tage auch wieder kürzer, kälter und nebliger. Das ist etwas, was der GdP Sorge macht - dass die Polizisten im Nebel nicht gesehen werden.

Eine Alternative zu dem Polizeieinsatz rund um die Uhr sehen Gewerkschaft und Landespolizei nicht. „Leider werden die Verkehrszeichen ohne polizeiliche Überwachung nicht akzeptiert“, sagte Börne. Und Rehr ergänzte: „Die Polizei ist alleine berechtigt, in den Straßenverkehr einzugreifen und auch Verbote auszusprechen. Das kann keine Technik und das können auch keine anderen Behörden machen.“ Beamte aus anderen Bundesländern dürften nicht zur Hilfe gerufen werden, zumindest nicht zum Dienstschieben an der Brücke.

Alle 22 Brückenpfeiler, die an Land stehen, wurden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums zur Stabilisierung bereits mit tonnenschweren Stahlkorsetts versehen. An vier der sechs Wasserpfeiler sind die Arbeitsgerüste nahezu komplett aufgestellt, an den beiden übrigen zur Hälfte. Mit den Stahlbauarbeiten soll hier kommende Woche begonnen werden. Die Reparaturen sollen mehr als eine Million Euro kosten. Bisher liegen die Bauarbeiten im Zeitplan. Sie sollen im November abgeschlossen sein. Für die Gewerkschaft der Polizei ist der zügige Fortschritt das „allerwichtigste“. „Damit wir nicht Weihnachten noch da stehen“, sagte Rehr.

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erstellt am 31.Aug.2013 | 10:18 Uhr

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