Geesthacht : Pumpspeicherwerk speichert Windenergie

Drückten auf den symbolischen Startknopf (v.li.): Der Leiter der deutschen Wasserkraftsparte des Energiekonzerns Vattenfall, Gunnar Groebler, der Landtagsabgeordnete Markus Matthießen (CDU), der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) und der Generalbevollmächtigte der Vattenfall Europe AG für Hamburg und Norddeutschland, Pieter Wasmuth. Foto: dpa
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Drückten auf den symbolischen Startknopf (v.li.): Der Leiter der deutschen Wasserkraftsparte des Energiekonzerns Vattenfall, Gunnar Groebler, der Landtagsabgeordnete Markus Matthießen (CDU), der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) und der Generalbevollmächtigte der Vattenfall Europe AG für Hamburg und Norddeutschland, Pieter Wasmuth. Foto: dpa

Es lieferte kaum noch Strom, weil es zu teuer war. Jetzt wird das Pumpspreicherwerk in Geesthacht wieder voll genutzt - als Speicher für Windenergie.

shz.de von
01. Dezember 2011, 04:23 Uhr

Nach zehn Jahren Pause läuft das Pumpspeicherwerk Geesthacht wieder mit voller Kraft. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) und der Leiter der deutschen Wasserkraftsparte des Energiekonzerns Vattenfall, Gunnar Groebler, starteten am Mittwoch die Pumpe im Maschinenhaus der Anlage. Damit begann das Einspeichern von Elbwasser in das Oberbecken auf dem Elbhang.
Das Werk lief seit 2001 nur noch mit zehn Prozent der möglichen Betriebszeit, weil die Landesregierung eine Entnahmegebühr für Oberflächenwasser eingeführt hatte. Diese Abgabe wurde jetzt auf ein Zehntel der ursprünglichen Summe gesenkt.
"Ohne solche Speicher klappt die Energiewende nicht"
Die Landesregierung habe diese Entscheidung getroffen, weil die Anlage in Geesthacht gebraucht werde, um Windstrom zu speichern, sagte de Jager. "Ohne solche Speicher klappt die Energiewende nicht", sagte er. Zur Erweiterung der Kapazitäten wünsche sich das Land, dass der Konzern die Anlage in Geesthacht weiter ausbaue, sagte de Jager.
Seit dem 1. Oktober arbeitet das Pumpspeicherwerk bereits wieder mit voller Kraft. Täglich werden bis zu 3,2 Millionen Kubikmeter Wasser aus der Elbe in das Oberbecken gepumpt, das bei Bedarf wieder nach unten fließen und dabei rund 120 Megawatt Strom pro Stunde erzeugen kann. "Seit dem 1. Oktober haben wir bereits 8,5 Gigawattstunden Strom erzeugt, das ist mehr, als in den neun Monaten zuvor", rechnete Groebler vor.
400.000 Euro Kosten pro Jahr
Nach Angaben eines Unternehmenssprechers hätte die Oberflächenwasser-Entnahmegebühr Vattenfall bei Volllastbetrieb rund vier Millionen Euro im Jahr gekostet und den Betrieb unwirtschaftlich gemacht. Nach der Absenkung zahlt das Unternehmen nur noch 400.000 Euro pro Jahr.
Das 1958 in Betrieb genommene Pumpspeicherwerk im Kreis Herzogtum Lauenburg ist das größte in Norddeutschland und nach Angaben des Betreibers das einzige im Norden, in dem bereits Strom aus erneuerbaren Energien in großem Umfang gespeichert werden kann.

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