Strategie-Änderung : Pumpen gegen das Elbe-Hochwasser in Lauenburg

Lauenburgs Altstadt reicht bis an die Uferkante. 250 Häuser müssen vor dem erwarteten Hochwasser geschützt werden. Foto: Jann
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Lauenburgs Altstadt reicht bis an die Uferkante. 250 Häuser müssen vor dem erwarteten Hochwasser geschützt werden. Foto: Jann

Der Katastrophenschutz ändert seine Strategie gegen das Hochwasser: Keine Sandsack-Dämme, sondern Pumpen.

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08. Juni 2013, 11:27 Uhr

Lauenburg | Im Hochwassergebiet in Lauenburg wechselt die Einsatzleitung jetzt die Strategie: Statt bloßer Sandsackwälle, mit denen man das auf Rekordniveau erwartete Elbwe-Hochwasser eigentlich abhalten wollte, geht es jetzt darum, einen doch wieder möglich erscheinenden Pumpen-Einsatz zu organisieren. "Bei allem, was über zehn Metern gekommen wäre, hätten wir überhaupt nicht pumpen zu brauchen. Aber jetzt, wo wir deutlich geringere Prognosen haben, wollen wir alles daran setzen, den Anwohnern zu helfen, ihren Besitz zu schützen", sagte Lauenburgs Feuerwehrchef Lars Heuer am Freitag. Anfang der Woche waren unglaubliche 10,60 Meter angesagt, jetzt geht man von rund 9,20 Metern aus. Normalerweise steht die Elbe in Lauenburg etwa 4,50 Meter hoch.
Sieben Hochleistungspumpen, die pro Minute 6000 Liter Wasser aus der Kanalisation saugen, sowie etwa 40 kleinere Tauchpumpen werden voraussichtlich im Einsatz sein. "Mit den leistungsstarken Pumpen werden wir die Regenwasserkanalisation freihalten, mit den kleineren Pumpen wollen wir versuchen, die Erdgeschosse der Häuser an der Elbstraße trocken zu halten", sagt Heuer. Entsprechende Erfahrungen mit dieser Taktik hatte man bereits 2011 gesammelt, als die Elbe auf den bisher zweithöchsten Pegel der Geschichte gestiegen war - auf 9,23 Meter.

Sieben Pumpen werden eingesetzt, drei bleiben in Reserve

Das Technische Hilfswerk und der Landesfeuerwehrverband haben die benötigten Hochleistungspumpen bereits in den Bereitstellungsraum gebracht. Heuer: "Sieben dieser Pumpen werden wir einsetzen, drei halten wir in Reserve vor." Die kleineren Pumpen werden gerade von den Feuerwehren im Lauenburgischen zusammengezogen. "Wenn das Wasser ab Sonntag höher steht, werden wir die Pumpen rund um die Uhr laufen lassen. So lange, bis das Wasser wieder deutlich zurückgegangen ist", sagt der Feuerwehrchef. 60 Feuerwehrleute werden dazu ständig vor Ort sein.
Unterstützt werden die ehrenamtlichen Retter jetzt auch von acht Mann des Tenders "Elbe" der Marine. Lauenburg ist die Patenstadt des Kriegsschiffes, ein Team um Kapitän Alexander Stark ist deshalb jetzt mit im Einsatz. "Wir haben, als wir von der dramatischen Entwicklung hörten, sofort überlegt, was wir hier tun können. Jetzt sind wir voll in die Mannschaft der Feuerwehr integriert", so Stark.
"Wir können jetzt eigentlich nur abwarten, was an Wasser tatsächlich bei uns ankommt. Wir sind vorbereitet, und das ist gut so. Man kann in so einem Fall nicht auf die Katastrophe warten und dann erst Maßnahmen starten", sagt Bürgermeister Andreas Thiede. Dem "prognostizierten Frieden" beim Wasserstand stehen einige Lauenburger derweil noch skeptisch gegenüber.

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