Wetter : Psychologe: "Trotz Nässe raus gehen!"

Clara Lotta und ihre Mama Karmen Strohbach (35) trotzen dem Regenwetter im wolkenverhangenen Itzehoe. 'Wir bummeln ein wenig durch die Stadt - trotz Regen', sagt die Itzehoerin, während ihre zweijährige Tochter in der Fußgängerzone munter von einer Pfütze zur anderen springt. Kein Problem, wenn man wie Clara Lotta nicht nur schick, sondern auch wetterfest - in rosafarbener Regenjacke mit passenden Gummistiefeln - eingepackt ist. Foto: Langenbach
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Clara Lotta und ihre Mama Karmen Strohbach (35) trotzen dem Regenwetter im wolkenverhangenen Itzehoe. "Wir bummeln ein wenig durch die Stadt - trotz Regen", sagt die Itzehoerin, während ihre zweijährige Tochter in der Fußgängerzone munter von einer Pfütze zur anderen springt. Kein Problem, wenn man wie Clara Lotta nicht nur schick, sondern auch wetterfest - in rosafarbener Regenjacke mit passenden Gummistiefeln - eingepackt ist. Foto: Langenbach

Es regnet - schon gefühlt den ganzen August über. Vielen Menschen schlägt das Wetter extrem aufs Gemüt. Diplompsychologe Michael Thiel gibt Tipps für eine bessere Stimmung bei "Sauwetter".

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13. August 2011, 11:40 Uhr

kiel/hamburg | Beim Aufwachen prasselt es gegen die Scheiben, bei der Arbeit kommt man mit nassen Füßen an und von Fahrradtouren ist abzuraten: Es regnet - schon gefühlt den ganzen August über und so manch einer wird sich ganz sicher sein, dass daher seine schlechte Laune stammt. Falsch, sagen Wissenschaftler der Humboldt-Universität in Berlin. Sie wollen herausgefunden haben, dass sich das Wetter nicht auf unsere Laune auswirkt. Immerhin haben die Launen von 1233 befragten Deutschen ihren Ermittlungen zufolge nichts mit dem Wetter zu tun gehabt.
Doch auch der Hamburger Diplom Psychologe Michael Thiel kann das nicht recht glauben: "An Sonnentagen fühlt man sich doch einfach glücklicher, oder?" Das hat vor allem chemische Gründe. "Für unsere Psyche ist es entscheidend, dass über die Augen genug Licht beim Gehirn eintrifft", erklärt Michael Thiel. Dadurch wird der Botenstoff Serotonin gebildet, der sich dann neurochemisch auf unsere Stimmung auswirkt. Bei grauem Himmel und langen Regentagen kann sich fehlendes Serotonin hingegen schlecht auf das psychische Befinden auswirken.
"Nicht alles immer aufs Wetter schieben"
Allerdings ist nicht jeder Mensch gleich "wetterfühlig". Manche sind empfindlicher als andere, und es gibt robustere Typen, die nicht so sehr unter äußeren Einflüssen leiden. Außerdem, so Thiel, müsse man aufpassen, "nicht alles, was am Tag misslingt oder gar die schlechte Laune sofort immer aufs Wetter zu schieben".
Wer der Regen-Wetter-Depression entkommen will, der sollte sich am besten trotz Nässe nach draußen trauen, sich bewegen und frische Luft um die Nase wehen lassen. Und wer mit der guten Entschuldigung "Sauwetter" mehr Zeit im Haus verbringt, der sollte dort auf ordentliche Beleuchtung und Geselligkeit achten, um die Stimmung zu heben. Und wenn das alles nichts nützt, sollte man es machen wie Michael Thiel. Der weilt zur Zeit auf den Lofoten (Norwegen) - und dort ist das Wetter prachtvoll. (kea, shz)

Bei Sonne steigt der Börsenkurs
Wie das Wetter den Menschen und seine Geschäfte beeinflusst, das beschäftigt die Wissenschaft weltweit. Zum Beispiel haben Forscher aus den USA herausgefunden, dass Menschen bei gutem Wetter mehr Trinkgeld geben. Der Australische Forscher Joseph Forgas hat ermittelt, dass wir uns bei Regen Dinge besser merken können. Im übrigen sorgt Sonnenschein für steigende Börsenkurse, wie David Hirshleifer von der Uni Ohio 2001 herausgefunden hat. Während sich Sonne gut auswirkt, sollen Regen und Schnee allerdings keinen schlechten Einfluss haben.

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