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55-Jähriger vor Gericht : Prozess in Rendsburg: Vergewaltigung nach Fußpflege?

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Ein Mann ließ sich die Füße behandeln. Dann soll er die Pflegerin misshandelt haben. Er behauptet: Beide wollten Sex.

shz.de von
erstellt am 18.Nov.2014 | 16:29 Uhr

Rendsburg | Ein 55-Jähriger muss sich seit Dienstag wegen sexueller Nötigung vor dem Amtsgericht Rendsburg verantworten. Der Mann hatte sich laut Anklage erst von einer Fußpflegerin die Füße behandeln lassen, bevor er sie in ihrer Praxis im Kreis Rendsburg-Eckernförde vergewaltigte. Die 33-jährige Frau erstattete erst rund einen Monat nach der Tat Anzeige. Der Anklage zufolge ließ sich der Schweißer bei seiner zweiten Behandlung Ende Juni 2013 den spätest möglichen Termin geben. Als letzter Patient habe er die schutzlose Lage der Behandlerin ausgenutzt, um sie zu vergewaltigen, sagte die Staatsanwältin.

Der kräftig gebaute Angeklagte behauptete dagegen zu Prozessbeginn, der Sex sei einvernehmlich gewesen. Die Frau habe ihm Avancen gemacht und ihn verführt, sagte er in einer rund zweieinhalbstündigen Vernehmung. Die Praxisinhaberin hingegen sagte, der 55-jährige verheiratete Vater zweier Kinder habe sie gegen ihren Willen zum Sex gezwungen. Sie habe sich gewehrt, sagte die junge Frau, sei dem größeren Angeklagten aber körperlich unterlegen gewesen. Er habe sie bedroht und gewarnt, sie solle nicht zur Polizei gehen. Trotz der Vergewaltigung ließ sie sich von ihm aber noch die Gebühr für das Rezept auszahlen, wie sie schilderte. Danach habe sie ihre Mitarbeiterinnen angewiesen, ihm alle Termine abzusagen. Trotzdem habe der 55-Jährige immer wieder versucht, sie zu erreichen.

Erst nachdem der Mann mit einem weiteren Rezept erneut vor ihrer Praxis gestanden hatte, sprach die Frau mit ihrer Mutter und ihrem Arzt über den Vorfall und erstattete Anzeige. Tochter und Sohn des Angeklagten hätten seither nie wieder mit ihm gesprochen, weil sie ihr glaubten, sagte die 33-Jährige. Ihre Einzelpraxis löste die Frau nach eigenen Angaben auf. Sie will nur noch in einer Praxisgemeinschaft weiterarbeiten. Das Urteil soll noch im November gefällt werden.

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