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Flensburger Finanzinvestor : Prozess gegen Marco Hahn endet mit Freispruch

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Wende im Prozess gegen den in der Schweiz lebenden Marco Hahn: Die Richter sprachen den Finanzinvestor frei. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor auf Freispruch plädiert.

Kiel | Im Fall des Flensburger Finanzinvestors Marco Hahn, der sich vor dem Landgericht Kiel wegen Betrugs in einem besonders schweren Fall verantworten muss, sind die Richter den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung gefolgt. Am Dienstagvormittag sprachen die Richter den in der Schweiz lebenden Investor frei. Der Vorwurf sei nicht haltbar gewesen, so die Richter. Möglicherweise habe sich der ehemalige Geschäftspartner in seiner Gewinnerwartung enttäuscht gesehen, sagte der Richter. Dies sei jedoch nicht gleichzusetzen mit Betrug.

Zuvor plädierte die Staatsanwaltschaft auf Freispruch. „Eine Verurteilung wird hier nicht möglich sein“, sagte der Staatsanwalt. Nach Papierlage hätte ein Betrug in Betracht kommen können, die Aussage des Hauptzeugen Dirk Kessemeier sei aber „schlicht unergiebig gewesen“. Die Verteidigung schloss sich an.

Hahn war angeklagt, weil er einen Mitgesellschafter seiner ehemaligen Beteiligungsgesellschaft „Flymot“ beim Verkauf von Aktien um mehrere Millionen Euro geschädigt haben soll. Allerdings hatte der damalige Partner und jetzige Hauptzeuge seine Anteile zu diesem Zeitpunkt bereits in einen Wertpapier-Darlehensvertrag umgewandelt und war damit gar nicht mehr im Besitz der Aktien, wie der Vorsitzende Richter feststellte.

Ein Vermögensschaden sei daher nicht gesehen worden, sagte der Richter, der noch einmal das komplizierte Geflecht von Geschäftsvorgängen, Gesellschaften und Verträgen zu entwirren versuchte. Möglicherweise habe sich der ehemalige Geschäftspartner in seiner Gewinnerwartung enttäuscht gesehen, dies sei jedoch nicht gleichzusetzen mit Betrug.

Der Hauptzeuge „machte überhaupt keinen Hehl daraus, dass es ihm nicht um die Wahrheit, sondern um eine Verurteilung des Angeklagten ging“, sagte Verteidiger Bernd Buchholz.

Direkt nach dem Urteilsspruch verzichteten die Parteien auf weitere Rechtsmittel.

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erstellt am 31.Mär.2015 | 11:28 Uhr

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