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Bündnis für Demokratie und Toleranz : Protest und Breakdance: Initiativen aus SH geehrt

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Die einen wehrten sich gegen einen Thor-Steinar-Laden in Glinde, die anderen tanzen mit benachteiligten Jugendlichen: Zwei Initiativen aus Schleswig-Holstein werden in Hamburg für ihr Engagement geehrt. Bundesweit gibt es 42 Preisträger.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2014 | 17:00 Uhr

Hamburg | Das Bündnis für Demokratie und Toleranz zeichnet bundesweit 42 Initiativen und Projekte für ihr zivilgesellschaftliches Engagement im Alltag aus. Acht Preisträger aus Norddeutschland wurden am Montagabend in Hamburg geehrt - darunter waren auch zwei aus Schleswig-Holstein. Die Bürgerinitiative Glinde gegen Rechts engagierte sich gegen den ortsansässigen Thor-Steinar-Laden. Die Lauenburger Breakdance-Gruppe „G-Breaker“ erhielt einen Preis für ihr Tanzprojekt unter dem Motto „Von der Straße auf die Bühne“.

Die Bürgerinitiative „Glinde gegen Rechts“ gründete sich 2011 als Antwort auf die Eröffnung eines Thor-Steinar-Ladens in der Stadt. Mit dem Projekt „No Tonsberg“ rief sie eine tägliche Mahnwache ins Leben. Aus dem Protest gegen das Geschäft wurde bald ein breitgefächerter Widerstand gegen das Erstarken rechten Gedankenguts in Glinde. Seit Gründung wurden nach Angaben der Intitiative 620 Mahnwachen abgehalten, drei Großdemonstrationen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus und eine Menschenkette organisiert. Dazu kamen Lesungen, Diskussionsveranstaltungen, Fußballturniere und Konzerte gegen Rechts. Insgesamt sind etwa 25 ehrenamtliche Mitglieder aktiv. Für das Engagement erhält die Bürgerinitiative jetzt 5000 Euro.

„Von der Straße auf die Bühne" ist ein Tanzprojekt, in dem die Initiative „G-Breaker“ aus Lauenburg an der Elbe Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund oder aus sozial benachteiligten Familien kostenfreien Breakdance-Unterricht gibt. Die einzelnen Tanzkurse werden von den „G-Breakern“ mit einer Kamera aufgenommen, bearbeitet und auf Youtube veröffentlicht. Aus den Tanzvideos produzieren Teilnehmende am Ende des Jahres eine Dokumentation, in der sie über ihre Erfahrungen während des Projektes berichten. Die „G-Breaker“ werden mit 2000 Euro ausgezeichnet.

Neben Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz und Staatsministerin Aydan Özoğuz nahm auch Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner an der Preisverleihung teil. Breitner sagte, man müsse Menschen ermutigen und unterstützen, Demokratie und Freiheit zu verteidigen. Die Gesellschaft brauche positive Vorbilder. Es müsse ein dauerhaftes öffentliches Klima erzeugt werden, in dem Extremismus, Intoleranz, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit keine Chance hätten, eine breite Anhängerschaft zu finden.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz hat 2013 zum dreizehnten Mal in Folge den Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ ausgeschrieben. 152 Vereine und Initiativen reichten ihre Bewerbungen ein.

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