Travemünde : Priwall wird zum Tourismus-Paradies

Hotels, Marina und Flaniermeile: Für mehr als 100 Millionen Euro will ein dänischer Investor auf dem Priwall in Travemünde das Luxus-Resort Waterfront errichten.

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04. Juni 2009, 10:43 Uhr

Travemünde | "Wenn ich etwas nicht hundertprozentig tun kann, lasse ich es ganz", sagt Sven Hollesen. So zweifelt der dänische Investor denn auch nicht im Geringsten daran, dass seine Vision von der Waterfront zur Realität wird. Für 5,5 Millionen Euro hat Hollesen 90 000 Quadratmeter des Travemünder Priwall gekauft. Für mehr als 100 Millionen Euro will er den Küstenstreifen von der Autofähre im Ortskern über die Personenfähre, den Passathafen bis hin zu seiner stetig wachsenden Siedlung mit dänischen Luxusferienhäusern zu einem landesweit einmaligen Tourismus-Resort umbauen.

"Schauen Sie diesen Blick - durch den Wald, über den Strand, direkt auf die Ostsee", schwärmt Hollesen. Er steht genau an dem Punkt, an dem das Empfangsgebäude der Waterfront entstehen soll - auf der Schnittstelle, die seine 40 Millionen Euro teure, 135 Einheiten umfassende Ferienhaussiedlung und das neue Mega-Projekt miteinander verbindet. Dessen Ausmaße sind so imposant, dass Hollesen einige Wege in seiner dunklen Limousine zurücklegt - im Schritttempo.
Dieses Auto ist auf dem Priwall ebenso bekannt wie sein Besitzer, an jeder Ecke wird Hollesen gegrüßt oder in ein Gespräch verwickelt. "Ich weiß nicht mehr, wie oft ich in den vergangenen Jahren hier war - doch der Einsatz hat sich gelohnt", sagt der große Blonde während der Fahrt über den alten Teerweg, der von der Auto fähre zur Viermastbark "Passat" führt. Hier soll in einigen Jahren eine edle Promenade, flankiert von 18 Strandvillen, Geschäften und Restaurants zum Schlendern und Verweilen einladen. Dahinter wird - typisch dänisch - eine Dünenlandschaft modelliert.
"Wir wollen aber auch preisgünstigen Urlaub auf dem Priwall möglich machen"
Das Sahnestück der Waterfront ist die bisher unbebaute Südspitze des Yachthafens, vor dem die "Passat" ihren Altersruhesitz gefunden hat. "An einem solchen Platz darf nur ein Spitzenhotel gebaut werden", betont Hollesen. Rund 200 Betten soll die Luxushotellerie haben, die "mindestens mit vier Sternen" eröffnen wird.

Der Yachthafen von gestern soll zu einer modernen Marina umgestaltet werden. "Clou des Hafens wird eine eigene kleine Brauerei direkt an der ,Passat. Nicht nur Dänen trinken gerne Bier", sagt Hollesen schmunzelnd. Im Hinterland von Marina und Hotel sind 22 Park- und Dünen villen geplant. 300 neue, hochwertige Wohneinheiten sollen so entstehen.

"Wir wollen aber auch preisgünstigen Urlaub auf dem Priwall möglich machen", versichert der Chef der Priwall Waterfront AG. Dafür will er das leer stehende Krankenhaus in ein Low-Budget-Hotel umbauen. Ein großes Erlebnisbad mit Wellnesslandschaft und ein Beachclub nördlich der "Passat" sind weitere große Bausteine der Waterfront.

Das Projekt hat auf dem Priwall auch einige Kritiker. "Wir haben uns deren Bedenken genau angehört und unsere Pläne danach ein wenig reduziert", sagt Hollesen. Diese Änderungen scheinen das Projekt politisch auf die Zielgerade zu bringen. "In einem Jahr gibt es einen Bebauungsplan - dann können wir loslegen", meint Hollesen. Seinen Optimismus teilt Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Er sagt: "Ich habe großes Vertrauen in Sven Hollesen und darin, dass er die Waterfront wahr werden lässt." .Nächste Folge der Serie über touristische Leuchttürme: das Schelf-Hotel in Büsum.

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