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Himmelfahrt 2016 : Polizeibericht zum Vatertag: Schlägereien, Ruhestörungen, Alkohol

vom

In Hamburg und Schleswig-Holstein blieb es im Vergleich zu den letzten Jahren eher ruhig. In den großen Städten hatte die Polizei dennoch viel zu tun.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2016 | 11:12 Uhr

Hamburg/Kiel/Lübeck | Schlägereien und Trunkenheit haben am Vatertag zu vermehrten Einsätzen bei Polizei und Rettungsdiensten in Hamburg und Schleswig-Holstein geführt. Ruhestörungen, Trunkenheit und Schlägereien seien die Hauptgründe für die Einsätze am Donnerstag gewesen, sagten Sprecher mehrerer Polizeileitstellen am Freitagmorgen.

In Hamburg habe es nach Feuerwehrangaben „massenhaft Notrufe“ gegeben. Insbesondere da zusätzlich noch der Hafengeburtstag stattfand, sei das Einsatzaufkommen hoch gewesen.

Auch in größeren Städten in Schleswig-Holstein hatten Polizisten und Rettungskräfte besonders tagsüber alle Hände voll zu tun - größere Krawalle oder Unfälle blieben aber in beiden Bundesländern aus. Insgesamt blieb es im Vergleich zu den Vatertagen der letzten Jahre im Norden eher ruhig.

In Flensburg registrierte die Leitstelle Nord bis 10 Uhr am Freitagmorgen etwa 300 Einsätze. Der größere Anteil hiervon bestand aus Einsätzen ohne besonderen Himmelfahrtsbezug, wie beispielsweise familiäre Streitigkeiten oder Unfälle. Haupteinsatzgründe waren ansonsten Körperverletzungen, Ruhestörungen und hilflose Personen, die aufgrund ihres Alkoholkonsums in Obhut gegeben werden mussten. Herausragende Einsätze waren dabei mehrere Körperverletzungen auf dem Gelände der Kappelner Heringstage, ein Raubdelikt in Bredstedt, eine von den Bahngleisen am Flensburger Hafendamm gestürzte Person, sowie eine durch Böllerwürfe leichtverletzte Frau am Strand von Sylt.

Die Polizeidirektion Lübeck vermeldete einen ruhigen Feiertagsverlauf. So zählte die Regionalleitstelle in der Zeit von 10 Uhr (5. Mai) bis 6 Uhr (6. Mai) in ihrem gesamten Zuständigkeitsbereich Lübeck, Ostholstein, Herzogtum Lauenburg und Stormarn 786 polizeiliche Einsätze, davon hatten lediglich 109 Einsätze einen „Himmelfahrtsbezug“. In Lübeck waren es 16 und in Ostholstein 46 Himmelfahrts-Einsätze. Drei Personen verbrachten die Nacht im Polizeigewahrsam. Damit sind die Zahlen im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig.

Am frühen Nachmittag fiel eine knapp 30-köpfige Gruppe in Schönwalde a.B. auf. Offenbar badeten einige im Dorfteich und eine Silvesterrakete wurde auf ein Reetdach geschossen. Das Dach fing kein Feuer und wurde nicht beschädigt. Beim Eintreffen der Polizei hielt sich niemand mehr im Teich auf.

Ein 51-jähriger Ostholsteiner fuhr gegen 17.20 Uhr mit seinem Motorrad die Kreisstraße 1 von Benz kommend in Richtung Nüchel. In einer leichten Rechtskurve verlor er die Kontrolle über sein Krad und kam nach links von der Fahrbahn ab. Durch den Sturz erlitt er schwere Verletzungen und wurde mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 12“ in ein Lübecker Krankenhaus geflogen.

Kurz vor 20 Uhr stürzte ein 40-jähriger Fehmaraner in der „Neuen Tiefe“ (bei Burg) mit seinem Fahrrad. Er war deutlich alkoholisiert. Ein Test ergab einen vorläufigen Wert von 2,26 Promille. Ebenfalls gegen 20 Uhr kam es in der Schlutuper Küterstraße zu einer Schlägerei auf der Straße. Bis zu 20 Personen beteiligten sich daran. Ein 21-jähriger leistete gegenüber den eingesetzten Polizeibeamten Widerstand. Es wird unter anderem wegen einer gemeinschaftlich begangenen Körperverletzung ermittelt. Sieben Funkstreifenwagenwagen wurden eingesetzt. Die Personalien aller Beteiligten konnten festgestellt werden.

Kurz vor Mitternacht fuhr in Neustadt der Fahrer eines Mercedes SL350 in der Eutiner Straße frontal auf einen Streifenwagen zu. Erst kurz vor einem möglichen Zusammenstoß lenkte der 26-Jährige aus Minden den Wagen wieder auf die eigene Fahrspur. Ein freiwilliger Alkotest ergab einen vorläufigen Wert von 2,44 Promille. Eine Blutprobenentnahme und die Sicherstellungen von Führerschein und Fahrzeugschlüsseln waren die Folge.

Auf der Hüxwiese in Lübeck hielten sich gut 250 Personen auf, welche anfangs ausgelassen und friedlich feierten. Auf die deutlich mit Schildern hingewiesene polizeiliche Videoüberwachung wurde gelassen reagiert. Ab den Abendstunden stieg der Alkoholpegel und es mehrten sich die zunächst verbalen Auseinandersetzungen. Durch eine starke polizeiliche Präsenz und das Erteilen von zwölf Platzverweisen konnten größere Auseinandersetzungen verhindert werden. Insgesamt kam es „nur“ zu zwei bekanntgewordenen Körperverletzungen. Hier konnten die Tatverdächtigen noch vor Ort ermittelt werden. In den Abendstunden leuchtete die Polizei den Wiesenbereich großflächig aus.

In Neumünster konnte der Einsatzleiter und Chef der Polizei-Zentralstation Bordesholm, Claus-Otto Hebbeln, am Donnerstagabend von genau einem Platzverweis eines angetrunkenen Mannes berichten – und der war schon gleich am Vormittag an der Vogelwiese in Bordesholm. Ansonsten hatte Hebbeln und seine über 60 Kollegen aus Neumünster und Eutin gestern bis in die Abendstunden einen ruhigen Dienst bei „entspannter Stimmung“. Auch am Einfelder See und im Hochzeitswald Bordesholm, wo es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Krawallen und Zwischenfällen gekommen war, blieb es ruhig. „Unsere starke Präsenz zeigt Wirkung“, bilanzierte ein zufriedener Polizeisprecher Sönke Hinrichs.

In Kollmar fanden sich in der Zeit von 11 Uhr bis 21.30 Uhr rund 1500, teils stark alkoholisierte Personen ein, um den Feiertag bei bestem Wetter zu begehen. Nur vereinzelt kam es zu alkoholbedingten Ausfällen. Insgesamt zwölf Einsätze hatten die Polizisten im Verlauf des Tages abzuarbeiten. In zwei Fällen musste die Polizei Betrunkenen helfen. Eine Anzeige wegen Körperverletzung und eine wegen der Beleidigung eines Polizisten waren zu fertigen. Zudem ahndeten die Einsatzkräfte zahlreiche Parkverstöße und erteilten einer Person einen Platzverweis.

In Brokstedt besuchten mehr als 15.000 Menschen das Lanz-Bulldog-Treffen, das durchweg friedlich verlief. Vier Gäste hatten einen Diebstahl zu beklagen und eine Anzeige wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis fertigten die Einsatzkräfte. Zudem registrierten sie etliche Verkehrsverstöße und nahmen zwei Personen kurzfristig in Gewahrsam, da diese nicht gewillt waren, einen gegen sie ausgesprochenen Platzverweis einzuhalten. Gegen 19.30 Uhr waren die meisten Besucher abgereist und der polizeiliche Einsatz beendet.

Die Bilanz der Polizeidirektion Ratzeburg für den Himmelfahrtstag lautet: Es war erwartungsgemäß viel los, aber aus polizeilicher Sicht sehr ruhig. Einige Polizeidienststellen „sprechen“ vom ruhigsten „Vatertag“ seit Jahren. Die Beamten mussten bis 6 Uhr am Freitagmorgen insgesamt 260 Einsätze wahrnehmen, im Herzogtum Lauenburg 106, im Kreis Stormarn 154. Darunter waren 47 himmelfahrtstypische Einsätze. Es kam lediglich vereinzelt zu Körperverletzungen, ohne schwere Folgen für die Geschädigten, Sachbeschädigungen und Diebstählen.

Gegen 23.15 Uhr kam es am Lütauer See bei Mölln zu einem sexuellen Übergriff auf eine 57-Jährige. Die Frau wehrte sich und schrie laut um Hilfe. Eine 34-jährige Anglerin sowie ihr 33-jähriger Bekannter, ebenfalls Angler, hörten die Rufe der Frau. Nach einer kurzen Suche erreichte der 33-Jährige den Ort der Tat und konnte den mutmaßlichen Täter vertreiben. Anschließend verständigte er die Polizei. Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung konnte ein 27-jähriger Mann als mutmaßlicher Täter angetroffen und festgenommen werden. Der 27-jährige war hochgradig alkoholisiert. Die Kriminalpolizei Ratzeburg hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Festgenommene ist polizeilich noch nicht einschlägig in Erscheinung getreten. Laut Polizei handelt es sich um eine Gelegenheitstat und nicht um eine „geplante“ Handlung. Nach Ausnüchterung und erkennungsdienstlicher Behandlung wurde der 27-jährige wieder entlassen, da die Voraussetzungen für einen Haftbefehl nicht vorlagen.

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