Hamburger Innenstadt : Polizei will Bettler und Punks verbannen

In Hamburg gibt es einmal mehr Streit um den Umgang mit Obdachlosen in der Innenstadt - vor allem zur Einkaufszeit.

shz.de von
25. Februar 2009, 07:48 Uhr

Hamburg | Laut einer internen Handlungsanweisung für das Polizeikommissariat 14 sollen "Obdachlose, Punks, Alkoholiker" und "andere Randgruppen" mit Platzverweisen aus der City verwiesen werden. "Zur Einkaufszeit" dürften Sicherheit und Sauberkeit rund um Rathaus und Jungfernstieg nicht beeinträchtigt werden, heißt es in dem Papier.
Es richtet sich gegen etwa 50 Punks und Mitglieder der sogenannten Gothic-Szene, die häufiger den Bereich um den Jungfernstieg belagern, dabei Flaschen zerschlagen und ihre Hunde frei laufen lassen. "Die urinieren auch schon mal ans Rathaus, da müssen wir einschreiten", heißt es aus der Innenbehörde inoffiziell. Es gebe "haufenweise Beschwerden" von Bürgern.
Offiziell gibt sich Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) zurückhaltend. Grund: Der grüne Koalitionspartner ist irritiert. "Das widerspricht dem Koalitionsvertrag", kommentiert deren Innenexpertin Antje Möller. Im schwarz-grünen Bündnispapier ist auf Initiative der GAL festgeschrieben: "Im öffentlichen Raum wird es keine Verdrängung sogenannter randständiger Gruppen geben." Heute wollen Ahlhaus und Möller das heikle Thema in einem Krisengespräch erörtern. Zwei Mal schon waren seit 1999 Hamburger Innensenatoren mit dem Versuch gescheitert, Bettler und Obdachlose aus der Innenstadt zu verbannen.

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